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Bürgerverein Hansaviertel mit der Ferdinand-von-Quast-Medaille ausgezeichnet

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Kultursenator Klaus Lederer, Landeskonservator Jörg Haspel und Bürgervereinsvorsitzender Matthias Rudolph bei der Preisverleihung im Roten Rathaus.
Kultursenator Klaus Lederer, Landeskonservator Jörg Haspel und Bürgervereinsvorsitzender Matthias Rudolph bei der Preisverleihung im Roten Rathaus. (Foto: KEN)

Im Hansaviertel ist die Freude groß. Der dortige Bürgerverein ist einer von drei neuen Trägern des undotierten Berliner Denkmalpflegepreises, der Ferdinand-von-Quast-Medaille, für das Jahr 2017.

Die seit 1987 auf Vorschlag des Landesdenkmalamtes verliehene Auszeichnung in Form einer Bronzemedaille mit dem Porträt des Namensgebers der Ehrung, des ersten preußischen Landeskonservators Ferdinand von Quast (1807-1877), und einer Urkunde wurde am 8. Januar im Roten Rathaus von Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) überreicht, ganz bewusst an demselben Tag, an dem Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Hamburg das Europäische Kulturerbejahr unter dem Motto „Sharing Heritage“ (Erbe teilen) eröffnet hat.

Der seit 2004 aktive Bürgerverein Hansaviertel wurde für seine Lobbyarbeit für die internationale Bauausstellung „Interbau 1957“ ausgezeichnet. Die Bedeutung ihrer Architektur sei nämlich lange Zeit nicht unumstritten gewesen, so die Laudatorin Ramona Dornbusch vom Landesdenkmalamt Berlin. Senator Klaus Lederer kann zahlreiche Gründe für die Auszeichnung des Bürgervereins nennen. Der Verein betreibt seine aktive Denkmalpflege unter Beteiligung der Kiezbewohner sowie der Kultureinrichtungen in der Nachbarschaft mit einer modernen wirksamen Öffentlichkeitsarbeit, mit informativer Internetseite (www.buergerverein-hansaviertel-berlin.de), Veranstaltungen aller Art wie großen Jubiläumsfeiern und eigenen Publikationen.

Besonderes Engagement habe der Bürgerverein im vergangenen Jahr mit seiner Welterbe-Initiative demonstriert, die Interbau 1957 und die Karl-Marx-Allee als zwei Architekturen auf die deutsche Vorschlagsliste der Unesco zu setzen. Dank dem vom Bürgerverein vorbereiteten Förderantrag im Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ sei es 2015 sogar gelungen, Bundesmittel für dringend erforderliche Instandsetzungen im Hansaviertel zu gewinnen. Mit den vier Millionen Euro vom Bund, ergänzt durch Finanzmittel des Landes, können so bis 2019 die Hansabibliothek und die Sankt Ansgar-Kirche instand gesetzt werden.

Laudatorin Dornbusch hob insbesondere die Verdienste des Vereins um das Sichtbarmachen von Geschichte hervor. So gedenkt der Bürgerverein früherer jüdischer Mitbürger mit der Verlegung von Stolpersteinen. Er hat zudem die Namen und Wohnorte von 1030 ehemaligen jüdischen Bewohnern des Viertels vor seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg recherchiert und veröffentlicht.

Neben dem Bürgerverein Hansaviertel erhielten die Ferdinand-von-Quast-Medaille das Ehepaar Barbara und Hans-Dieter Jaeschke für ihre Rettung des Stadtbades Prenzlauer Berg und die Rockband Rammstein. Die Musiker der Neuen Deutschen Härte haben eine alte, dem Verfall preisgegebene Werkhalle in Pankow instandgesetzt.

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