Anzeige

Kühlautomat-Areal entwickeln: Erschließungskonzept in Vorbereitung

Wo: VEB Kühlautomat, Segelfliegerdamm 1, 12487 Berlin auf Karte anzeigen
In dieser Halle wurden früher Flugzeugmotoren produziert.
In dieser Halle wurden früher Flugzeugmotoren produziert. (Foto: Ralf Drescher)

Johannisthal. Im Jahr 1996 haben die letzten Arbeiter den früheren VEB Kühlautomat verlassen. Seit gut 20 Jahren steht nun das 21 Hektar große Gelände am Segelfliegerdamm leer. Jetzt gibt es ein Gutachterverfahren für ein Erschließungskonzept.

Darauf haben sich vor Kurzem die Adlershof Projekt GmbH als Treuhänder des Landes Berlin und die Grundstückseigentümer geeinigt. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung des brach liegenden Areals zu einem gemischten Wohn- und Gewerbequartier. Mehrere Gutachter können ihre Vorstellungen entwickeln.

Viele Jahre lang hatte eine Erbengemeinschaft, vertreten durch Stiftungen in den USA und Großbritannien, kaum Interesse an einer Entwicklung gezeigt. Vor allem die Frage, welche Altlasten aus rund 100 Jahren Motoren- und Kühlanlagenproduktion angefallen sind und vor einer neuen Nutzung beseitigt werden müssen, mag dazu beigetragen haben.

Bei der Nutzung des Geländes müssen auch denkmalrechtliche Belange berücksichtigt werden. Einige Gebäude wurden bereits im Jahr 1912 für die Flugzeugfabrik von Arthur Müller errichtet, auf einem Teil der Fläche wurden im Zweiten Weltkrieg Motoren für die Flugzeuge der deutschen Luftwaffe gefertigt. Einige der ursprünglich unter Denkmalschutz stehenden Gebäude sind bereits verschwunden. Bei anderen wurde die Bausubstanz so vernachlässigt, dass der Erhalt nicht möglich ist. Einige Gebäude haben die Obere und die Untere Denkmalbehörde in die Auslobung des Gutachterverfahrens aufgenommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich auf dem Grundstück der VEB Kühlautomat angesiedelt, der neben Kühlanlagen für Industrie und Fischfangschiffe auch Kühlschränke für den Privatgebrauch hergestellt hatte. Nach der Wende wurde daraus die Kühlautomat Berlin GmbH. 1994 kaufte die Reinickendorfer Firma Grasso das Unternehmen. Der letzte Mitarbeiter verließ 1996 das Werksgelände, weil die Produktion eingestellt wurde. Dann setzte der Verfall ein. Die Hallen wurden zum Eldorado für Sprayer. Mehrere Brände zerstörten Teile der Gebäude. RD

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt