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Feuerwehreinsatz gegen dreiste Diebe: Kameraden stellten Einbrecher in Wache

Beim Kampf mit Einbrechern in der Wache am Mädewalder Weg wurde ein Feuermann verletzt.
Beim Kampf mit Einbrechern in der Wache am Mädewalder Weg wurde ein Feuermann verletzt. (Foto: hari)

Kaulsdorf. Zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr verhinderten einen Einbruchsdiebstahl in ihrer Wache. Die Öffentlichkeit erfuhr davon allerdings nichts.

Die Informationen über den Einbruch fanden keinen Platz unter den offiziellen Polizeimeldungen. Der Einsatz der beiden Kameraden wurde mit keinem Wort offiziell gewürdigt. Anfragen der Berliner Woche beantwortete die Leitung der FFW nicht. Grund: Einer der beiden Feuerwehrleute war bei dem Versuch, die Einbrecher festzunehmen, verletzt worden. Und wegen solcher Gefahren rät die Polizei stets, Einbrecher lieber ziehen zu lassen.

Dabei haben die beiden Männer die Wache wahrscheinlich vor einem größeren Schaden bewahrt. Die Einbrecher waren in der Nacht vom 15. zum 16. August auf Fahrrädern zur Feuerwache am Mädewalder Weg gekommen. Sie hatten Einbruchswerkzeug bei sich und eines der Fahrräder war so ausgerüstet, das wertvolles Gerät hätte mühelos abtransportiert werden können.

Ein Feuerwehrmann, der direkt an der Wache wohnt, wurde kurz vor Mitternacht angesichts der verdächtigen Gestalten misstrauisch. Sein Verdacht wurde bestätigt, als diese sich mit Brechstangen an der Tür zu schaffen machten. Er rief einen Kameraden zur Hilfe und beide stellten die Einbrecher in der Fahrzeughalle. Dabei kam es zu einem Handgemenge, bei dem einer der Täter Pfefferspray einsetzte. Ein Täter konnte festgehalten werden, aber einer der Feuerwehrmänner musste zu Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

„Durch das konsequente Handeln der Feuerwehrleute konnte nicht nur die Vollendung des Einbruchs, sondern vermutlich auch der Diebstahl von wichtigen und wertvollen Einsatzmitteln verhindert werden“, lobt ein Pressesprecher der Berliner Polizei auf Nachfrage der Berliner Woche. Allerdings sei anzumerken, dass ein solches Handeln Risiken in sich berge, die in diesem Fall leider auch zum Tragen gekommen seien. „Es gibt sicherlich keine Patentlösung, wie man sich in einer solchen Situation zu verhalten hat. Grundsätzlich sollte bei Bekanntwerden von Straftaten die Polizei benachrichtigt werden“, fährt er fort.

Entgegen einer unter den Kaulsdorfern verbreiteten Stimmung ist die Gefahr von Einbrüchen in diesem Jahr bisher nicht gestiegen. Im ersten Halbjahr 2016 zählte die Polizei 93 und in zweiten Halbjahr 109 Einbrüche. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es 69. Dabei wurde 30-mal in Einfamilienhäuser, Wohnungen und Lauben eingebrochen. Sechsmal wagten sich Einbrecher an Geschäfte oder Betriebe. hari

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