Zwei kritische Köpfe
Am Feldberg 3 erinnert eine Gedenktafel an Erich Ohser und Erich Knauf

Eine Berliner Gedenktafel erinnert seit 1999 vor dem Haus Am Feldberg 3 an Erich Ohser und Erich Knauf. Hier lebten sie bis zu ihrer Verhaftung durch die Nazis am 28. März vor 75 Jahren.
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  • Eine Berliner Gedenktafel erinnert seit 1999 vor dem Haus Am Feldberg 3 an Erich Ohser und Erich Knauf. Hier lebten sie bis zu ihrer Verhaftung durch die Nazis am 28. März vor 75 Jahren.
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Vor dem Haus an der Straße Am Feldberg 3 erinnert eine schlichte Gedenktafel an Erich Knauf und Erich Ohser. Auf Grund einer Denunziation wurden beide am 28. März 1944 hier verhaftet.

Erich Knauf hatte sich in der Weimarer Republik als Schriftsteller und Herausgeber von Büchern der linken Arbeiterliteratur einen Namen gemacht. Erich Ohser wurde bekannt durch Illustrationen und Karikaturen, unter anderem von Hitler und Goebbels, bevor die Nazis 1933 die Macht übernahmen. Beide konnten nur unter Mühen die von den Nazis gegen sie verhängten Berufsverbote umgehen und sich mit unterschiedlichsten Arbeiten durchschlagen.

Knauf arbeitete nach 1933 zunächst als freier Schriftsteller und Feullieutonredakteuer. Eine Kritik über eine von Herrmann Göring protegierte Operninszenierung brachte ihn 1934 erstmals in Haft und er wurde aus dem Reichsverband der Deutschen Presse ausgeschlossen. Danach verdiente er seinen Lebensunterhalt in der Werbung, als Presseprecher einer Filmgesellschaft und als Textdichter für Schlager und Filmlieder, unter anderen in „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann.

Ohser konnte 1934 bei der Berliner Zeitung mit der Comic-Serie „Geschichten von Vater und Sohn“ starten, die unter Kennern und Liebhabern der Gattung bis heute Kultstatus genießt. Allerdings durfte er diese nicht unter seinem Namen veröffentlichen. Als Pseudonym wählte der Künstler, der aus Plauen stammt, e.o. plauen. Später arbeitete er weiter als Karikaturist für die Wochenzeitschrift „Das Reich“ und in der von Goebbels 1942 gegründeten Deutschen Zeichenfilm GmbH.

Nachdem ihre Wohnungen durch alliierte Bomben zerstört worden waren, kamen beide bei einem befreundeten Arzt Am Feldderg 3 in Kaulsdorf unter. Bei einem weiteren Bombenangriff machten sie im Luftschutzbunker Witze über die Naziherrschaft und das Kriegsgeschehen. Ein Mitbewohner, ein Hauptmann der Abteilung Wehrmachtspropaganda des Oberkommandos der Wehrmacht denunzierte die beiden schriftlich am 22. Februar 1944.

Daraufhin erfolgte die Verhaftung von Knauf und Ohser am 28. März vor 75 Jahren. Das Verfahren wegen Wehrkraftversetzung wurde auf den 6. April angesetzt. Erich Ohser erhängte sich in der Nacht zuvor in seiner Haftzelle. Erich Knauf wurde am 2. April im Zuchthaus Brandenburg enthauptet.

Die Gedenktafel an ihrer letzten Wohnstätte wurde am 20. Juli 1999 vom damaligen Bürgermeister Uwe Klett (PDS) enthüllt. In Kaulsdorf gibt es seit 2015 einen Erich-Knauf-Weg. Erich Ohsers wird in seiner Heimatstadt Plauen auf vielfache Weise gedacht. Dort gibt es seit 1995 auch ein Denkmal für dessen bekanntesten Schöpfungen, die Figuren von Vater und Sohn.

Eine Berliner Gedenktafel erinnert seit 1999 vor dem Haus Am Feldberg 3 an Erich Ohser und Erich Knauf. Hier lebten sie bis zu ihrer Verhaftung durch die Nazis am 28. März vor 75 Jahren.
In dem Haus Am Feldberg 3 wurden Erich Ohser und Erich Knauf am 18. März 1944 von den Nazis verhaftet.

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