Umweltstadträtin will Ausnahmegenehmigung erwirken
Wildbienen im Gemeindepark Lankwitz sollen Radwegbau nicht gefährden

Diese kleinen Sandhügel weisen darauf hin, dass hier Wildbienen nisten.
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„Der Radfernweg Berlin – Leipzig im Bereich Mühlenstraße und Gallwitzallee wird weitergebaut“, hieß es am 29. März in einer Pressemitteilung von Umweltstadträtin Maren Schellenberg (B’90/Grüne). Doch jetzt haben zwei Anwohner zahlreiche Wildbienennester auf der Grünfläche entdeckt.

Die vielen kleinen Sandhügelchen im Gemeindepark Lankwitz sind gut zu erkennen. „Das sind Nester der fuchsroten Sandbiene“, erklärt Nicolas Bramke, der mit seiner Frau Kathrin die Initiative „your little planet“ ins Leben gerufen hat und sich für den Schutz und Erhalt gefährdeter Wildbienenarten einsetzt. Die beiden Naturschützer haben bei einem Spaziergang die kleinen Sandhäufchen entdeckt. Über 50 haben sie gefunden. Die Wiese jetzt noch für den Radweg zu asphaltieren, ist aus ihrer Sicht nicht ohne Weiteres möglich. Die Entscheidung liegt bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Ein Wildbienenvorkommen hatten die beiden Experten schon immer an dieser Stelle vermutet. Als bekannt wurde, dass der Radfernweg durch den Gemeindepark führen und dafür die Wiese asphaltiert werden soll, schlugen sie Alarm. Umweltstadträtin, Maren Schellenberg (B’90/Grüne), ließ daraufhindurch die Untere Naturschutzbehörde prüfen, ob tatsächlich Wildbienen im Boden nisten. „Eine Begutachtung durch die Untere Naturschutzbehörde hat keine Hinweise auf eine Vorkommen geschützter Wildbienen ergeben“, ließ sie damals in einer Pressemitteilung wissen. Sie freue sich, dass es nunmehr mit dem Bau des Radweges weitergehen könne.

Nach den aber jetzt gemachten Wildbienenfunden steht dahinter ein dickes Fragezeichen. „Die Untere Naturschutzbehörde geht den Hinweisen des Ehepaars Bramke selbstverständlich nach“, sagte die Stadträtin gegenüber der Berliner Woche. Die zuständigen Mitarbeiter hätten sich bereits mit der Oberen Naturschutzbehörde in Verbindung gesetzt. Um festzustellen, ob es sich tatsächlich um Wildbienen handele, werde ein Wildbienenexperte hinzugezogen.

Unabhänig von diesem Ergebnis hält Maren Schellenberg an der vom Bezirk geplanten Trasse mitten durch den Gemeindepark fest. „Sollte sich ein Wildbienenbefund exakt in der Trasse bestätigen, werden wir einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung stellen. Bis dahin werden wir die Bauarbeiten auf die Anschlüsse des Radweges an den Parkseiten konzentrieren“, teilte Schellenberg mit.

Dabei gibt es eine umweltfreundliche Alternative zur geplanten Trasse. Sie würde keine 50 Meter weiter entlang der Gallwitzallee und der Mühlenstraße entlangführen. Für Nicolas Bramke ist die Haltung der Stadträtin völlig unverständlich. „Den Radfernweg entlang der beiden Straßen zu führen, entspricht den ursprünglichen Planungen des Senats.“ Warum diese Variante nicht umgesetzt wird, kann er nicht nachvollziehen. Gerade im Hinblick auf die großangelegte Kampagne des Landes Berlin zum Schutz von Wildbienen, sei es absurd, eine Wildbienenkolonie zu vernichten, obwohl es eine gute Alternative gäbe, das zu vermeiden.

Welchen Nutzen die Wildbienen für unsere Umwelt haben, können Interessierte bei Wildbienenführungen mit Nicolas Bramke am Sonnabend, 13. April und Sonntag, 14. April, erfahren. Treffpunkt ist jeweils um 11 Uhr an der Ecke Havensteinstraße/Dillgestraße. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen erforderlich auf www.yourlittleplanet.de.

Diese kleinen Sandhügel weisen darauf hin, dass hier Wildbienen nisten.
Im Gemeindepark Lankwitz hat Nicolas Bramke zahlreiche solcher Wildbienennester gefunden.
Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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