Zwei Jubiläen – eine Feier
675 Jahre Straßendorf Malchow, zehn Jahre Bürgerverein

Ruine und Denkmal: Überreste der Malchower Dorfkirche an der Dorfstraße.
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  • Ruine und Denkmal: Überreste der Malchower Dorfkirche an der Dorfstraße.
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Vor 675 Jahren - im Februar 1344 - wurde das Dorf Malchow zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Deutlich jünger ist der örtliche Bürgerverein, der dieser Tage den ersten runden Geburtstag begeht. Beide Jubiläen sollen nun gefeiert werden.

Im Vergleich zum Dorf steckt der Zusammenschluss noch tief in den Kinderschuhen: Am 8. Februar 2009 traf sich eine Gruppe gleichgesinnter Frauen und Männer im Malchower Wirtshaus, wo sie beschloss, sich künftig mit vereinten, organisierten Kräften um ihren Ort zu kümmern. Es war die Geburtsstunde des Bürgervereins Wir für Malchow.

Seitdem engagiert sich die Interessengemeinschaft für das Dorf, stellt Feste auf die Beine, führt die Dorfchronik und schaltet sich ein, wenn es Probleme im kleinsten Lichtenberger Ortsteil gibt. Vereinsmitglieder pflegen Grünanlagen und starten Projekte, die dem Erscheinungsbild zugutekommen. Sie arbeiten mit der Freiwilligen Feuerwehr, dem Naturschutz Berlin-Malchow, dem Reit- und Fahrverein Kleeblatt, der Stiftung Synanon und anderen lokalen Akteuren zusammen.

Einsatz für die Dorfkirche

Eines der aktuell wichtigsten Projekte des Bürgervereins hat mit der Ortsgeschichte zu tun. Es betrifft die Ruine der alten Dorfkirche. Das Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert sprengte die Wehrmacht am 21. April 1945 – fast gleichzeitig mit den Kirchen in Falkenberg und Wartenberg. Der Verein ist nun dabei, den verlorenen Ort wiederzubeleben.

In vielen Stunden fleißiger Arbeit haben die Malchower sogenannte Gabione – das sind Käfige aus Gitterdraht – mit noch vorhandenen Feldsteinen der Ruine gefüllt und so aneinander gereiht, dass sie den Grundriss des Gotteshauses nachzeichnen und gleichzeitig als Sitzgelegenheiten dienen können. Im Innenbereich ist frischer Rasen ausgesät worden. Wo sich einst der Altarraum befand, soll eine grüne Bühne entstehen. Vier junge Bäumchen stehen nun, wo sich einst der Turm befand, sie sollen heranwachsend an den Ausguck erinnern. Perspektivisch will der Verein an diesem Gedenkort Gottesdienste, Konzerte und Lesungen unter freiem Himmel veranstalten. Auch Führungen für Jugendgruppen sind angedacht, die über die Geschichte der Kirche und die Kriegsgeschehnisse informieren.

Erst einmal feiern

Etliches ist aber noch Zukunftsmusik. Für die ersten Arbeiten hatte der Verein 2015 rund 5000 Euro aus dem Lichtenberger Ehrenamtsfonds bekommen. Weitere archäologische Untersuchungen, Grabungen, Quellenstudien für Informationstafeln und -materialien sollen folgen – dafür wird noch Geld aus Fördertöpfen gebraucht.

Zunächst einmal gilt es aber, das Doppeljubiläum „675 Jahre Dorf Malchow und zehn Jahre Bürgerverein“ zu feiern. Interessierte Lichtenberger sind eingeladen, am Freitag, 8. Februar, dabei zu sein. Der Ablauf des Abends orientiert sich an der Geschichte des Straßendorfs. Beginn ist um 18 Uhr am Gedenkort der Kirchenruine auf dem Friedhof in der Dorfstraße 38c, wo der Verein über die Dorfgeschichte und das Erinnerungsprojekt informiert. Weiter geht es im Gemeindehaus Malchow in der Dorfstraße 37a.

Zu Gast sind Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert, Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (beide Die Linke), der Schauspieler Alexander Bandilla, der Theodor Fontanes Malchow-Wanderung liest, der Historiker Jürgen Hofmann und Albrecht Hoffmann, ehemaliger Pfarrer in Malchow. Theo Dirks und Vincent Kiefer rahmen das Programm musikalisch, gemeinsam mit dem Lazarus Posaunenchor der Stiftung Lazarus Diakonie.

Mehr Informationen gibt es unter www.wirfürmalchow.de

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