Wanderung durch die herbstlichen Müggelberge

Das Grab von Curt Grottewitz auf dem alten Müggelheimer Friedhof. | Foto: Ralf Drescher
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  • Das Grab von Curt Grottewitz auf dem alten Müggelheimer Friedhof.
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Müggelheim. Wenn die Herbstsonne ihre Strahlen durch die Wälder zwischen Langem See und Müggelsee schickt, ist das eine gute Gelegenheit für eine Wanderung durch die Müggelberge. Hier unser Tipp.

Los geht es in Alt-Müggelheim an der 1804 errichteten Dorfkirche. Sie steht seit 1938 unter Denkmalschutz. Zum 250. Ortsjubiläum 1997 spendierten sich die Müggelheimer eine zweite Glocke. Wir biegen in den Krampenburger Weg ein. Das erste Gebäude ist die 1926 erbaute Feuerwache, in der die Ehrenamtlichen er Freiwilligen Feuerwehr ihren Sitz haben. Weiter geht es leicht bergan parallel zur Großen Krampe. Am Grundstück Krampenburger Weg 15 kommen wir am alten Friedhof vorbei. Hier haben Kriegsopfer der Jahre 1944 und 1945 ihre letzte Ruhe gefunden. Außerdem befindet sich hier das Grab von Curt Grottewitz (1866-1905), eines promovierten Arbeiterdichters. Grottewitz war mit August Bebel und Wilhelm Liebknecht befreundet. Er gilt als einer der Begründer der Arbeiterwanderbewegung. Unsere Wanderung folgt in Teilen einem von ihm vor über 100 Jahren begangenen Wanderweg.

Am Ende des Krampenburger Wegs beginnt der Wald. Wir halten uns leicht links und erreichen bald das Ufer der Großen Krampe. Weiter geht es unter Bäumen am Ufer entlang. Die Wälder um Müggelheim sind reich an Pilzen und ein passendes Gefäß zum Sammeln sollte ruhig mitgenommen werden. Nach wenigen Kilometern kommen wir am Dauercampingplatz „Kuhle Wampe“ vorbei, der inzwischen zur Winterruhe vorbereitet wird. Dahinter stehen die Ruinen der Gaststätte „Krampenburg“. Das 1906 eröffnete Ausflugslokal mit großem Saal (3000 Plätze) wurde 1977 geschlossen.

Von hier aus schlagen wir in den Uferweg am Langen See ein. Immer wieder geben Lücken zwischen den Bäumen und kleine Badebuchten den Blick auf das Gewässer, welches von der Dahme durchflossen wird, frei. Der Wald am Wegesrand ist zum Teil abgesperrt. Hier praktiziert das Forstamt den Umbau des Kiefernwalds zu einem ökologisch sinnvolleren Mischwald. Bis die jungen Laubbäume Überlebensgröße erreicht haben, müssen Spaziergänger und auch das Wild draußen bleiben. Unter einer mächtigen Eiche finden wir einen Gedenkstein für Wilfried Langer, von 1986 bis 2006 Revierförster in den Müggelbergen. Weiter geht es am Ufer entlang. Auf dem Langen See sind noch einige Segler unterwegs, die ihren Sport bis zum ersten Eisgang ausüben. Dann erreichen wir die Reste der Terrasse der Gaststätte „Marienlust“. Das beliebte Ausflugslokal ist 1997 abgebrannt, die Ruine wurde abgetragen und das Grundstück renaturiert. Von hier geht es über eine Treppenanlage auf den Kleinen Müggelberg mit dem Müggelturm. Der soll demnächst restauriert werden. Leider hat der Eigentümer den denkmalgeschützten Bau mit einer riesigen Werbeplane „verziert“. Wer will, kann den Turm (Eintritt zwei Euro) besteigen, und auch Imbiss und Getränke sind zu haben.

Vom Turm geht es auf einer zweiten Treppe wieder abwärts zum Teufelssee. Auch hier wurde das Gasthaus mangels Gästen nach der Wende geschlossen und später abgetragen. Die Steganlage durch das Hochmoor des Teufelssees wird gerade erneuert und ist deshalb gesperrt. Ein Weg führt an einem Waldspielplatz vorbei direkt zum Müggelheimer Damm, dort befindet sich eine Bushaltestelle.

Wer zur Wanderung mit dem Auto anreist, kann sein Fahrzeug auf dem Waldparkplatz Rübezahl abstellen und mit dem Bus X 69 bis Müggelheim-Dorf zum Ausgangspunkt fahren. Wer auf öffentliche Verkehrsmittel setzt, kann unter anderem am S-Bahnhof Köpenick in den X 69 steigen.

Für die rund zehn Kilometer braucht man je nach Marschtempo, Fotostopps und erfolgreicher Pilzsuche drei bis vier Stunden. Im Rucksack sollten mangels Einkehrmöglichkeit Getränke, ein Imbiss, Fernglas und Kamera nicht fehlen. RD

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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