Försterin kämpft mit illegalem Abfall im Revier
Die Müggelberge als Müllkippe

Försterin Silvia Knöfel-Mosch nimmt einen Abfallhaufen im Jagen 435 in Augenschein.
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  • Försterin Silvia Knöfel-Mosch nimmt einen Abfallhaufen im Jagen 435 in Augenschein.
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Obwohl ist in fast allen Stadtteilen Berlins Recyclinghöfe gibt, werden die Berliner Wälder als Müllkippe missbraucht. Gerade in der dunklen Jahreszeit nutzen zweibeinige „Wildschweine“ die Möglichkeit, ungesehen ganze Wagenladungen Unrat in den Wald zu bringen.

Jagen 444 in der Kämmereiheide, nur wenige Schritte vom Müggeheimer Damm entfernt. Verärgert steht Revierförsterin Silvia Knöfel-Mosch vor einem Berg Bauschutt. Den haben Unbekannte mitten auf den Waldweg gekippt. „Ein Mann aus Müggelheim hat das beim Sonntagsspaziergang entdeckt und in der Revierförsterei gemeldet. Ich habe das bereits an die Berliner Stadtreinigung weitergegeben und hoffe, dass der Schutt bald abgeholt wird“, sagt die Försterin. Für die Entsorgung muss, wenn kein Täter ermittelt wird, die Allgemeinheit, sprich der Steuerzahler aufkommen. Und das dürfte hier nicht billig werden. Auf dem Waldboden liegen Betonbrocken, vermischt mit Trümmern, die nach einer Asbestverbindung aussehen. „Wahrscheinlich hat jemand seinen Schuppen oder die Garage entsorgt“, ärgert sich die Försterin.

Der Schutthaufen im Jagen 444 ist kein Einzelfall. Erst kurz zuvor war eine weitere Meldung über illegale Entsorgung eingegangen. Nicht weit vom ersten Fund, im Jagen 435, haben Mitarbeiter der Försterin Abfall entdeckt. Auch hier wurde ein Haufen vermutlich direkt vom Auto auf den Waldweg gekippt. Und das sieht aus, als ob jemand einen Spielplatz gebaut hat und den Abfall auf diese Weise losgeworden ist. Bodenaushub mit Grasnarbe, zerschnittene Spannbänder und unbenutzte Betonfertigsteine liegen auf dem Haufen, außerdem leere Tüten mit der Aufschrift Spielsand. Auch diese Abfälle werden von der Försterin der BSR gemeldet, damit sie entsorgt werden.

„Wir hatten mehrere Monate Ruhe, aber mit Beginn des Winters häufen sich diese Vorfälle“, berichtet Silvia Knöfel-Mosch. Ähnliches gibt es auch immer wieder im Grünauer Wald und in der Königsheide.

Ermittelt werden die Täter nur selten. Nach einem Bericht der Berliner Woche zur gleichen Problematik im Dezember 2016 hatten sich Zeugen gemeldet, die Hinweise zur Herkunft einer illegal in den Müggelbergen entsorgten Fassadendämmung geben konnten, dabei wurde sogar eine konkrete Adresse benannt. „Trotzdem konnte die Polizei auch in diesem Fall keinen Täter überführen“, berichtet die Försterin.

Pro Jahr müssen die Berliner Forsten 1200 bis 1500 Kubikmeter Abfall aus den Berliner Wäldern abfahren lassen. Das kostet die Forstverwaltung im Schnitt 50 000 Euro pro Jahr.

Wer beobachtet, dass Abfall im Wald oder am Waldrand abgeladen wird, sollte sich das Aussehen der Täter und die Fahrzeugkennzeichen merken und sofort über die 110 die Polizei informieren. Wenn es unauffällig möglich ist, könnten auch Fotos vom Geschehen hilfreich für die Ermittlungen sein.

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