Keine Shows und kein Geld mehr
„Circus Hopplahopp“ steckt in großen Schwierigkeiten

Der Circus sitzt seit Mitte November in Müggelheim fest.
  • Der Circus sitzt seit Mitte November in Müggelheim fest.
  • Foto: Familie Rogall
  • hochgeladen von Philipp Hartmann

Schon das Jahr 2020 war für den „Circus Hopplahopp“ zum Vergessen. Jetzt wird es für Zirkusdirektor Sven Rogall und seine Familie noch schwieriger. Durch den immer wieder verlängerten Lockdown rücken Shows in weitere Ferne. Finanzielle Unterstützung durch den Staat gibt es nicht. Und die Kosten sind hoch.

Normalerweise wäre der Familienzirkus Anfang Februar in die neue Saison gestartet. Geplant wären Shows in Karlshorst, Karow, Reinickendorf und Zehlendorf. Im Sommer hätte er dann verschiedene Orte im Umland besucht. Alle Pläne hat Sven Rogall, der sich 2008 mit „Hopplahopp“ selbstständig machte, inzwischen aufgegeben. Seit dem 2. November durfte er keine Vorführungen mehr anbieten, auch nicht die Weihnachtsshow, die er seit fünf Jahren in Müggelheim zeigt. Am Ortseingang an der Ecke Müggelheimer Damm und Ludwigshöheweg sitzen er, seine zwei Töchter im Alter von 17 und 19 Jahren sowie seine zwei Söhne im Alter von fünf und 21 Jahren seit dem 14. November fest. „Meine Kinder haben inzwischen die Schnauze voll“, sagt er.

Das Geld fehle vorne und hinten. Derzeit beziehe er Hartz IV. Der Januar sei dazu der kostenintensivste Monat, weil er da die Versicherungen bezahlen muss. Hinzu kommen die Kosten für Futter, denn zu seinem Zirkus gehören drei Kamele, fünf Ponys, ein Pferd, zwei Ziegen, fünf Hunde und zehn Tauben. „Den Müggelheimern bin ich unheimlich dankbar. Sie bringen uns immer wieder Möhren und Äpfel vorbei“, berichtet Rogall. Das allein reiche aber natürlich nicht. Er benötige Heu und Stroh, außerdem Nassfutter für die Hunde. Die Tiere, die allesamt in die Zirkusshows integriert werden, hat er selbst aufgezogen. Sollte sich die Situation nicht bald bessern, müsste er sich wohl notgedrungen von einigen trennen. Spätestens im März, sagt er, müssten sie mit den Vorstellungen loslegen. Andernfalls werde es ganz eng. Ähnlich prekär ist die Lage auch bei seiner Schwester Natascha Spindler. Sie führt den Zirkus Rambazamba (die Berliner Woche berichtete) und ist zuletzt von einer Brache in Adlershof nach Schmöckwitz umgezogen.

Manche Beschlüsse der Regierung zur Eindämmung der Pandemie findet Sven Rogall unverhältnismäßig, ohne das Virus verharmlosen zu wollen. Dass er trotz Investitionen in ein Sicherheitskonzept, das deutlich weniger Gäste vorsieht, über so lange Zeit nicht öffnen darf, ist für ihn nicht verständlich. Derzeit kann er weiterhin nur an Sonntagen von 12 bis 16 Uhr Ponyreiten anbieten. Die Eltern führen ihre Kinder dabei selbst herum, damit die Abstandsregeln eingehalten werden.

Wer Sven Rogall und seinen Kindern helfen möchte, beispielsweise Futter oder Geld spenden kann, erreicht ihn unter Telefon 0174/942 40 32.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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