Bleibt in der Hinterhand
Der Betriebsbahnhof Nordend könnte in Zukunft reaktiviert werden

Welche Zukunft hat der Straßenbahnbetriebshof Nordend? Seit einigen Jahren ist er offenbar nicht mehr richtig in Betrieb. Nur hin und wieder sind dort ein paar Straßenbahnzüge abgestellt. Ansonsten sind die Tore zugesperrt.

Man sieht auf dem Hof keine BVG-Mitarbeiter. Eigentlich schade, dass diese Fläche brach liegt. Was hat die BVG damit vor? Markus Falkner, Pressesprecher der BVG, bestätigt auf Anfrage der Berliner Woche, dass der Betriebshof zurzeit nicht genutzt wird. Allerdings wird er von Straßenbahnen immer wieder mal angefahren, wenn dies wegen Bauarbeiten im Pankower Streckennetz nötig ist. „Über die weitere Nutzung wird im Zusammenhang mit dem Streckenausbau der Straßenbahn im Norden der Stadt entschieden“, so Falkner weiter. „Die Nutzung als Bahnanlage wird aus heutiger Sicht nicht infrage gestellt.“

Den Betriebshof in der Dietzgenstraße 100 gibt es seit mehr als hundert Jahren. Errichtet 1901, wurde er 1924 auf seine heutige Größe erweitert. Seit 25 Jahren steht alles unter Denkmalschutz. Aber seit etwa 20 Jahren setzen Straßenbahnzüge nicht mehr regelmäßig in Nordend ein oder aus. Zwischenzeitlich nutzte der Denkmalpflegeverein Nahverkehr Berlin die Hallen als Depot für historische Straßenbahnen und Busse. Dieser zog allerdings 2015 nach Köpenick um. Vor drei Jahren fragte die BVG beim Deutschen Technikmuseum an, ob man Interesse habe, dort eine Ausstellung zur Straßenbahngeschichte in Berlin einzurichten. Die denkmalgeschützten Hallen würden sicher den passenden Rahmen bieten. Aber an einer abgelegenen Außenstelle im Norden Berlins ist das Museum nicht interessiert.

Planungsrechtlich ist der Betriebshof Nordend als „Betriebsanlage der Straßenbahn“ gesichert. Für eine andere Nutzung müsste es erst ein neues Planfeststellungsverfahren geben. Doch auf absehbare Zeit wird es dabei bleiben. Denn dieser Betriebshof wird möglicherweise reaktiviert, wenn der Senat das Straßenbahnnetz im Bezirk Pankow ausbauen lässt. Und außerdem ist unklar, wie es auf der Elisabethaue weitergeht. Dort wollte der vorherige SPD-CDU-Senat ein Wohnquartier errichten. Der derzeitige rot-rot-grüne Senat legte das Vorhaben allerdings auf Eis. Doch wenn im Norden ein solch großes Bauvorhaben umgesetzt werden würde, wäre der Betriebsbahnhof wieder gefragt.

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