Gudrun Nägeler engagiert sich seit ihrer Kindheit bei der Freiwilligen Feuerwehr

Gudrun Nägeler setzt sich seit ihrer Jugend ehrenamtlich für die aktiven Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr Rudow ein.
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Rudow. Am 2. Oktober feierte die Freiwillige Feuerwehr Rudow ihr 112. Jubiläum mit einem Fest. Veranstalter war der Förderverein. Seine Vorsitzende Gudrun Nägeler ist eine Institution in der Feuerwache. Die Berliner Woche besuchte sie für den zweiten Teil der Serie „Unser Kiez – Rund um Alt Rudow“.

34 Frauen und Männer zwischen 18 und 60 Jahren sind derzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Rudow (FF Rudow) in Alt-Rudow 67-69 im aktiven Dienst. Über ihren Pieper müssen sie rund um die Uhr erreichbar sein - für Rettungseinsätze, technische Hilfeleistungen, Umweltschutzmaßnahmen oder die Brandbekämpfung. Oft rücken sie mitten in der Nacht aus und verbringen Feiertage und Silvesternächste in der Wache. Gerade an solchen Tagen und nach schwierigen Einsätzen brauchen sie öfter Beistand, Trost, oder jemanden, der einfach nur für sie da ist. In solchen Situationen ist Gudrun Nägeler oft in der Wache.

„Meine Aufgabe ist es, jeden zu unterstützen, der mich braucht. Das heißt, da zu sein, wenn die Belastung groß ist. Ich bringe nachts auch mal Kaffee zum Einsatz vorbei, wenn mich frierende Kameraden anrufen“, erzählt die 49-jährige Kindergärtnerin. Sie ist im Geflügelviertel aufgewachsen und war schon als Kind in der Wache zuhause, weil ihr Vater, Werner Nägeler, seit den 70er Jahren aktiver Feuerwehrmann, sie häufig zu geselligen Anlässen mitnahm. „Was ich toll finde, ist die Kameradschaft“, sagt sie. Die Menschen haben eine gemeinsame Aufgabe, setzen sich gemeinsam für ein Ziel ein.“

Bereits als Zwölfjährige wollte sie in die Jugendfeuerwehr eintreten. Weil ihr Vater dagegen war, fand sie eine Hintertür und arbeitete ehrenamtlich mit den Jugendwarten der Jugendfeuerwehr zusammen. „Die unter 30-Jährigen kennen mich alle von Kindesbeinen an“, sagt Gudrun Nägeler. 2004 erweiterte sich ihr ehrenamtliches Aufgabengebiet, als sie dem ein Jahr zuvor gegründeten Förderverein der FF Rudow beitrat. Er finanziert beispielsweise die Ausstattung der Jugendfeuerwehr, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie gemeinsame Aktivitäten der Mitglieder. Seit 2005 ist sie Vorsitzende des Fördervereins und wirbt auch Spenden ein.

Für so viel persönlichen Einsatz hat Gudrun Nägeler vor zwei Jahren von den Kameraden eine ganz besondere Anerkennung erhalten. Als erste Frau wurde sie in die Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Rudow aufgenommen. Diese Ehre war bis dahin nur 16 Männern zuteil geworden. Sie wird für langjährige Mitgliedschaft in Verbindung mit hoher Einsatzbeteiligung und herausragendem Engagement verliehen. „Das hat mich sehr berührt“, sagt Gudrun Nägeler und lächelt: „Nun bin ich also doch noch Mitglied der Feuerwehr geworden.“ Ihr Vater nimmt es gelassen. Auch er ist seit einigen Jahren Mitglied der Ehrenabteilung. SB

Sie wollen weitere Geschichten aus der Serie rund um Alt-Rudow lesen? Dann klicken Sie auf Unser Kiez - Rund um Alt-Rudow. Persönliche Kiezgeschichten aus der ganzen Hauptstadt gibt es wiederum auf Unser Kiez - Berlin.
Autor:

Sylvia Baumeister aus Neukölln

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