Ausbildung hat ein Imageproblem: Jugendliche entscheiden sich eher für ein Studium

Auf der Pressekonferenz waren sich die Teilnehmer einig, dass eine Ausbildung eine gute Grundlage für die berufliche Karriere ist.
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Berlin. Das Angebot an Lehrstellen ist vielfältig und bietet Jugendlichen eine gute Chance bei der Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft. Dies sagte Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, auf einer Pressekonferenz zur Ausbildungslage.

Ende März waren noch 9346 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und somit 165 mehr als im März 2015. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen stieg um 16,4 Prozent an. Dennoch wurde auf der Pressekonferenz im Schokoladenhaus der Firma Rausch am Gendarmenmarkt an Abiturienten appelliert, auch eine Ausbildung in Betracht zu ziehen. Gemeinsam stellten Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Deutscher Gewerkschaftsbund und Unternehmerverbände aktuelle Zahlen und Entwicklungen zum Berliner Ausbildungsstellenmarkt 2015/2016 vor.

Für die meisten Schulabgänger scheint ein Studium attraktiver. Jutta Cordt sieht indes viele Vorteile, die stattdessen für eine Lehre sprechen. Eine duale Ausbildung ermögliche Jugendlichen einen schnelleren Einstieg in den Beruf.

Außerdem bedeutet der Berufsabschluss keine Sackgasse. Ganz im Gegenteil, meint Jutta Cordt: „Nach der Ausbildung kann ein Meistertitel erlangt oder ein Studium absolviert werden.“ In einer betrieblichen Ausbildung sind Jugendliche gesucht, die gerne mit den Händen arbeiten, kreativ sind und im Team arbeiten möchten, denn in dieser Form der Ausbildung werden Praxis und Theorie vereint.

„Das Angebot der Wirtschaft an Ausbildungsplätzen ist auf Rekordniveau“, wie Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Berlin, erklärt. Selten waren die Chancen so gut einen Ausbildungsplatz zu bekommen. In der Hauptstadt sind noch 500 Lehrstellen unbesetzt. Das Ziel sei nun, so Eder, noch freie Ausbildungsstellen zu besetzen. Dabei müssten auch die Unternehmen aktiv werden und Ausbildungsplätze melden. Schließlich würden diese in den kommenden Jahren viele gut ausgebildete Fachkräfte benötigen. Die Industrie- und Handelskammer Berlin bringt Jugendliche und Unternehmen zum Beispiel über die Lehrstellenbörse oder über persönliche Kontakte zusammen. FG

Autor:

Franziska Groß aus Tegel

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