Wo Berlins neue Bahnen montiert werden
Franziska Giffey besuchte erstmals Stadler Pankow

Jure Mikolčić führt Franziska Giffey durch die Halle, in der die neuen S-Bahnen für Berlin montiert werden.
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„Beste Wirtschaft“: Das ist eines der 5 B’s, die Franziska Giffey zu ihren Schwerpunkten für die Entwicklung Berlins in den nächsten Jahren erklärte.

Die Berliner SPD-Vorsitzende und -Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl formulierte mit dem Bauen von Wohnungen und öffentlichem Nahverkehr, Bildung, Bürgernähe und Berlin in Sicherheit vier weitere B-Schwerpunkte. Doch um „Beste Wirtschaft“ ging es bei ihrem Besuch bei Stadler Pankow vor wenigen Tagen. Denn die Wirtschaft in der Stadt sei ihr eine „Herzenssache“. Deshalb fand auch der Auftakt zu ihrer #Herzenssacheberlin-Tour durch die Bezirke auf dem traditionsreichen Industriestandort in Wilhelmsruh statt. Begleitet wurde sie dabei unter anderem vom Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup und von Pankows Wirtschaftsstadträtin Rona Tietje (beide SPD).

Stadler, das Unternehmen mit Schweizer Wurzeln, siedelte sich im Jahr 2000 auf dem früheren Bergmann-Borsig-Gelände an der Lessingstraße 102 an. Im heutigen PankowPark wuchs die Stadler Pankow GmbH inzwischen zu einem der bedeutendsten mittelständischen Unternehmen Berlins. Dieses Wachstum macht sich auch bei den Mitarbeiterzahlen bemerkbar. Begann Stadler im Jahr 2000 mit rund 200 Mitarbeitern, so beschäftigt das Unternehmen inzwischen bereits über 1500.

Das Personal-Wachstum am Pankower Standort ist vor allem gefüllten Auftragsbüchern zu verdanken. In Wilhelmsruh werden unter anderem die neuen S-Bahnzüge der Deutschen Bahn für Berlin montiert. Insgesamt 106 Fahrzeuge wurden bestellt. Die ersten zehn sind bereits auf der S47 testweise im Einsatz. Neben den S-Bahnen für Berlin werden in den Stadler-Hallen auch Regionalbahnen für Schleswig-Holstein, S-Bahnen für Hannover und Straßenbahnen für Bochum und Stuttgart moniert. Besonders stolz ist Jure Mikolčić, CEO von Stadler in Pankow, aber, dass das Unternehmen den Zuschlag für die neuen Berliner U-Bahnzüge von der BVG erhielt. Bis zu 1500 U-Bahnwagen werden in den nächsten Jahren in Wilhelmsruh montiert. Einen entsprechenden Rahmenvertrag mit einem Wert von bis zu rund drei Milliarden Euro unterschrieben BVG und Stadler. Das ist einer der größten Lieferaufträge dieser Art, den es je in Europa gab.

70 Millionen Euro für
neue Montagehalle

Damit die neuen U-Bahnen montiert werden können, investiert das Unternehmen 70 Millionen Euro in eine neue, hochmoderne Halle am Wilhelmsruher Standort. Dort werden die U-Bahn-Wagenkästen nicht aufgebockt moniert so wie in den alten Hallen. Nach einem speziellen Konzept bewegen sie sich von einem zum nächsten Arbeitsgang, so wie man es von den Fließbändern in der Autoproduktion her kennt. Jure Mikolčić: „Die Investition ist ein klares Bekenntnis zum Standort in Berlin.“

Außerdem ist geplant, nochmals 30 Millionen Euro in ein neues Logistikzentrum in Wilhelmsruh zu investieren. Denn noch müssen Teile, die für die Fahrzeugmontage nötig sind, von der Reinickendorfer Triftstraße herangekarrt werden. Vorgesehen ist, dass die neue Halle für die U-Bahnwagen-Montage im Juli fertiggestellt ist. Im August/ September soll sie offiziell in Betrieb gehen. „Wenn hier die Fertigung losgeht, will ich dabei sein“, sagte Franziska Giffey spontan, denn sie sei ein Fan der U-Bahn und setze sich für den Ausbau des Berliner U-Bahnnetzes ein.

Doch nicht nur die Technik interessierte die SPD-Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie unterhielt sich bei ihrem Rundgang auch immer wieder mit Beschäftigten, wie der Betriebsratsvorsitzenden Iris Ziesche oder Matias Degner und Matthias Maier, die in der Montage von S-Bahn- und Regionalzügen arbeiten. Dabei konnte sie feststellen, dass die Zufriedenheit bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wohl auch Dank der sicheren Perspektive wegen der gefüllten Auftragsbücher, hoch ist. Ein wenig in ihre Vergangenheit versetzt fühlte sich Franziska Giffey dann, als sie selbst einen Rollstuhlfahrer-Türöffner in einem S-Bahnwagen anschrauben durfte. „Ich bin ja ein Handwerkerkind“ kommentierte sie lächelnd.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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