Straßen kurzzeitig sperren: Senatorin will gefährliche Situationen vor Schulen entschärfen

Berlin. Um Gefahrensituationen zwischen Schülern und Autofahrern zu verhindern, möchte Verkehrssenatorin Regine Günther die Straßen vor den Schulen temporär sperren. Der ADAC Berlin-Brandenburg hat andere Vorschläge.

Morgens haben es viele Berliner eilig – auch jene Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zum Unterricht bringen. So kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen vor den Schulen, wenn Autofahrer dort, wo viele Kinder die Straße kreuzen, nicht aufs Tempo achten.

Vor der Werbellinsee-Grundschule in der Schöneberger Luitpoldstraße ging das Ganze sogar so weit, dass Schülerlotsen von Autofahrern bedrängt wurden. In der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg kam deshalb der Vorschlag für eine temporärer Straßensperrung auf den Tisch. Den hat nun Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für die Grünen) aufgegriffen. Sie möchte die Möglichkeit für Sperrungen vor Schulbeginn für alle Bezirke schaffen, wie die Berliner Morgenpost berichtet.

Der ADAC Berlin-Brandenburg hält von dem Vorschlag allerdings nicht viel. „Die Straßen vor Schulen temporär zu sperren, wird das Verkehrsproblem nicht lösen, sondern nur verlagern“, sagt Sandra Hass, Sprecherin des Automobilclubs. Statt Sperrungen solle es mehr Geschwindigkeitskontrollen vor den Schulen geben. Ein weiterer Lösungsansatz könne die Einrichtung von Hol- und Bringzonen oder "Elternhaltestellen" sein, die es in Berlin bislang nur an der Reinhardswaldschule in Kreuzberg gibt. „Hier ist die Initiative der Schulen und Bezirke gefragt“, sagt Hass und weist zugleich aber darauf hin, dass solche Zonen nicht Anreiz geben dürfen, die Kinder täglich zur Schule zu chauffieren. Der ADAC wirbt für die selbstständige Teilnahme der Kinder am Straßenverkehr, ob zu Fuß, mit Rad oder Nahverkehrsmitteln. jtw
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