Erste Flüchtlinge haben ihre Deutschkurs-Zertifikate erhalten

Integrationssenatorin Dilek Kolat (Mitte) und Stadträtin Sabine Weißler (hinten links) mit den ersten Absolventen der Deutschkurse für Flüchtlinge. (Foto: KEN)

Tiergarten. Sie kommen aus Mali, Nigeria, Syrien und dem Iran, aus Bosnien und der Ukraine. Ihre Zukunft in Deutschland ist ungewiss, dennoch haben sich die Flüchtlinge entschieden, Deutsch zu lernen.

Ihre Anstrengungen wurden belohnt. In einer kleinen Feier im Balkonsaal des Rathauses Tiergarten Mitte Januar konnten Berlins Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) und Bildungsstadträtin Sabine Weißler (Bündnis 90/Die Grünen) den ersten zehn Absolventen der Deutschkurse an Berliner Volkshochschulen (VHS) ihre Zertifikate überreichen. Kolats Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen hat im vergangenen Jahr Haushaltsmittel in Höhe von 300 000 Euro für reguläre Sprachkurse an den Berliner Volkshochschulen zur Verfügung gestellt. Die Senatorin reagierte damit auf eine der wichtigsten Forderungen der Flüchtlinge vom Oranienplatz.

Federführend bei der Organisation der Kurse war die Volkshochschule Mitte unter Leitung von Michael Weiß. Sie sei "beispielhaft vorangegangen" und habe das Thema binnen weniger Wochen aufgegriffen und die Kurse für die ganze Stadt koordiniert, lobte Dilek Kolat. "Wir konnten dann in der Fläche mit den Deutschkursen beginnen." Seit Juli haben mehr als 800 Flüchtlinge in 58 Kursen erste Deutschkenntnisse erworben.

Stadträtin Sabine Weißler sagte, mit dem Erlernen der Sprache hätten die Flüchtlinge "Türen geöffnet". "Sie können sich in diesem Land freier und vielleicht auch ein bisschen leichter bewegen. Sie können besser am öffentlichen Leben teilnehmen und ihr eigenes auch besser organisieren." Das Beherrschen der Sprache sei "sehr wichtig für die Selbstbestimmung", so Weißler weiter.

Der Bezirk geht noch über die Deutschkurse hinaus, indem er Flüchtlingen ein Zusatzprogramm anbietet: gemeinsames Kochen, gemeinsame Theater- und Konzertbesuche, Malen und Sport. Es gehe darum, die Flüchtlinge besser an den Alltag heranzuführen und auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Die Stadträtin appellierte an die Flüchtlinge im Balkonsaal des Rathauses, mit dem Erlernen der Sprache fortzufahren oder auch andere VHS-Kurse zu besuchen, sich mit der Kultur hierzulande vertraut zu machen. "Es ist wichtig, dass sie mit Menschen in Kontakt kommen und nicht einsam werden."

Neue Initiative gestartet

Flüchtlinge dürfen seit November nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland eine Arbeit aufnehmen. Senatorin Kolat teilte bei der Veranstaltung im Rathaus mit, dass sie gemeinsam mit dem Handwerkskammerpräsidenten Stephan Schwarz am 8. Dezember eine Ausbildungs- und Berufsinitiative zur unbürokratischen Kontaktaufnahme zwischen Berliner Betrieben und Flüchtlingen mit Arbeitserlaubnis begonnen hat. Diese Initiative "Arrivo" wie auch die Deutschkurse sollen nach dem Willen des Senats weiter ausgebaut werden.


Karen Noetzel / KEN
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