Einen zweiten Ausgang am S-Bahnhof Prenzlauer Berg wird es in naher Zukunft nicht geben

Der S-Bahnhof Prenzlauer Allee: Bisher gibt es hier nur einen Ausgang. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: S-Bahnhof Prenzlauer Allee |

Prenzlauer Berg. Bis am S-Bahnhof Prenzlauer Allee endlich ein zweiter Ausgang gebaut wird, vergeht noch geraume Zeit. Und ob er dann so gebaut wird, wie bisher geplant, steht auch noch nicht fest.

Noch immer sei das Planfeststellungsverfahren für dieses Bauvorhaben nicht abgeschlossen, berichtet Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen). Damit entwickelt sich das ganze Vorhaben zu einem echten Langzeitprojekt. Immerhin ist dieser zweite Zugang bereits seit 1993 im Gespräch.

Anfangs ging es vor allem darum, den Schulweg für Gymnasiasten der Käthe-Kollwitz- und Heinrich-Schliemann-Oberschule zu verkürzen. Beide befinden sich an der Dunckerstraße. Viele Schüler, die mit der S-Bahn kommen, müssen einen Umweg über die Prenzlauer Allee und Kanzowstraße zur Schule laufen. Ein zweiter S-Bahn-Ausgang würde nicht nur Schülern den Weg immens verkürzen, inzwischen sind viele Menschen in sanierte und neu gebaute Wohnungen im Kiez Helmholtzplatz gezogen. Auch für sie wäre ein zweiter Ausgang ein Segen.

Der Senat gab diesen bereits 1993 bei der Deutschen Bahn AG in Auftrag. Offenbar geriet das Vorhaben dann aber in Vergessenheit. Der damalige Pankower Verkehrsstadtrat und heutige Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) fragte Anfang 2007 bei der Senatsverwaltung interessehalber nach, ob denn mit dem zweiten Ausgang überhaupt noch zu rechnen sei. Vom Senat erhielt er im April 2007 die Auskunft, dass der Ausgang immer noch bei der Bahn bestellt ist. Man halte an diesem Vorhaben fest und werde darauf drängen, dass die Umsetzung in Angriff genommen wird.

Ein Jahr später erhielt er ein weiteres Schreiben aus dem Senat. Ein Planungsbüro wurde beauftragt, mehrere Varianten zu untersuchen. Favorisiert wurde schließlich die Erschließung des Bahnhofs von der Kanzow- und Ahlbecker Straße aus. 2012 lag dann die Ausführungsplanung für eine 55 Meter lange und 2,50 Meter breite Fußgängerbrücke vor. Etwa eine Millionen Euro sollten die Bauarbeiten kosten. Für September 2013 war der Baubeginn anberaumt.

Doch dann gab es von Anwohnern Kritik an der Planung. Damit man nicht kurz vor oder während der Bauarbeiten von Klagen überrascht wird, entschlossen sich das Eisenbahnbundesamt, die DB Station & Service AG und die Senatsverwaltung, ein Planfeststellungsverfahren auf den Weg zu bringen. Im Mai 2015 wurden die Pläne ausgelegt, damit sich Anlieger dazu äußern konnten. Und danach war nichts mehr von dem Vorhaben zu hören. Deshalb hakte jetzt der Vorsitzende des Verkehrsausschusses der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Wolfram Kempe (Die Linke), nach. Er wollte wissen, welchen Stand denn das Planfeststellungsverfahren inzwischen erreicht hat.

Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn konnte ihm mitteilen, dass der Erörterungstermin im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens am 14. Februar stattfand. Dabei wurden Stellungnahmen und Einwendungen der Bürger sowie die Erwiderungen darauf von der Deutschen Bahn Station & Service AG als Vorhabenträger erörtert und abgewogen. Man rechne damit, dass das Eisenbahnbundesamt als Planfeststellungsbehörde mindestens noch ein Jahr brauche, um eine Entscheidung zu fällen, sagt Vollrad Kuhn. Erst dann steht fest, ob das Eisenbahnbundesamt den Plänen für den zweiten Zu- und Ausgang zustimmen wird. Danach ist das Bauvorhaben in das bundesweite Bauprogramm der Bahn einzutakten. Weil eine vorübergehende Streckensperrung nötig wäre, wagt derzeit niemand eine Prognose zu einem möglichen Baubeginn. BW
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