Nach Gerichtsurteil: Stadtbad Steglitz geht an Liegenschaftsfonds zurück

Das denkmalgeschützt frühere Stadtbad Steglitz an der Bergstraße soll an den Berliner Liegenschaftsfonds zurückgehen. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Am 31. Dezember fiel der letzte Vorhang für das Clubtheater Berlin im Stadtbad Steglitz. Die Ära als Theaterspielstätte endete damit in der Bergstraße. Offenbar steht aber auch ein Eigentümerwechsel bevor. Die Immobilie soll wieder an den Liegenschaftsfonds rückübertragen werden.

Das Landgericht Berlin hat nach jahrelangem Rechtsstreit entschieden, dass der Kaufvertrag wieder rückgängig gemacht wird und der Liegenschaftsfonds Eigentümer des Stadtbades ist. Gabriele Berger hat gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt.

Vor zehn Jahren hatte die Sportlehrerin das denkmalgeschützte Jugendstilbad vom Liegenschaftsfonds für den symbolischen Betrag von einem Euro gekauft. An den Verkauf war jedoch die Auflage gebunden, das marode Bad zu sanieren und einen Schwimmbetrieb wieder zu ermöglichen. Berger wollte tatsächlich ein Sport- und Bewegungsbad installieren. Das Konzept scheiterte allerdings an der Finanzierung. Berger fand keine Banken, die daran glaubten, dass Denkmalschutz, Schwimmen, Kultur und Gastronomie unter einen Hut zu bringen sind. Mit der Eröffnung eines Cafés und dem Theaterbetrieb, einer Bücherstube und Kunstaktionen versuchte Berger, die laufenden Gebäudekosten zu decken. Das Bezirksamt kritisierte das Vorgehen der neuen Eigentümerin. Diese Art der Zwischennutzung sei nicht im Kaufvertrag vorgesehen, hieß es vom Bezirk.

"Frau Berger hat sich vertragswidrig verhalten", hält Bürgermeister Norbert Kopp der 64-Jährigen vor. Er unterstelle ihr keinesfalls mangelndes Engagement. "Nach zehn Jahren sollte allerdings ein Erfolg zu sehen sein", erklärt Kopp gegenüber der Berliner Woche. Es habe bereits Gespräche beim Liegenschaftsfonds gegeben, in denen es um die weitere Nutzung des Bades ging und darum, dass der Bezirk wieder die volle Verfügungsgewalt über das Bad bekommt. "Es gibt schon Interessenten, die das Bad übernehmen wollen", bestätigt Kopp. Vorstellbar sei eine Art Mischnutzung mit Angeboten für Gesundheits- und Schulschwimmen. In den restlichen Zeiten könnte das Bad dann für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Gabriele Berger wollte sich dazu nicht äußern. "Wir befinden uns noch im Rechtsstreit und ich möchte erst die Berufung abwarten", teilte sie auf Anfrage mit.


Karla Menge / KM
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