Suche nach einem strategischen Partner
Förderverein will den Teil- oder Gesamtverkauf von Schloss Hohenschönhausen erreichen

Der Vorstand des Fördervereins, Ulrich Kasper, Rüdiger Schwarz und Andreas Gogolin (von links), ist auf der Suche nach einem strategischen Partner.
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Um das Bürgerschloss an der Hauptstraße 44 zukunftsfähig zu machen, hat sich der Förderverein Schloss Hohenschönhausen auf die Suche nach einer strategischen Partnerschaft gemacht.

„Wir streben einen Teil- oder Gesamtverkauf von Haus und Grundstück an“, erklärt Rüdiger Schwarz, der Vorsitzende des Vereins. Seit Anfang Oktober läuft die Suche nach Interessenten. Die Entscheidung sei dem Förderverein keinesfalls leicht gefallen, so Schwarz. Aber es gibt vielschichtige Gründe, die zu diesem Schritt führten.

Gegründet wurde der Förderverein 1998. Er wollte das geschichtsträchtige Gutshaus sanieren und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Das gelang in den vergangenen zwei Jahrzehnten bestens. Ein Meilenstein war, dass der Förderverein Haus und Grundstück 2008 erwerben konnte. Seitdem lässt er es Stück für Stück denkmalgerecht mit Förderung unterschiedlicher Geldgeber sanieren. Allerdings gab es keine öffentlichen Zuschüsse, berichtet Rüdiger Schwarz. „Es wurde von uns aber erwartet, dass wir das Haus offen halten.“ Das taten die engagierten Vereinsmitglieder auch all die Jahre lang. Doch nun müssen sie an die Zukunft der Immobile denken.

Die etwa 50 Mitglieder seien inzwischen 20 Jahre älter, erklärt der Vorsitzende. Und absehbar ist, dass sie sich im Laufe der kommenden Jahre immer weniger tatkräftig für das Bürgerschloss engagieren können. Hinzu kommt, dass es erheblicher finanzieller Mittel bedarf, um weiter zu sanieren, außerdem Bedarf es Personal. Deshalb versuchte der Verein bereits, mit dem Bezirk eine Regelung zu finden. Aber schließlich teilte das Bezirksamt mit, dass man die Immobilie wegen nicht überschaubarer finanzieller Risiken nicht übernehmen könne.

Weil es seinerzeit positive Signale gab, stellte der Förderverein vor einem Jahr bei der Stiftung Deutschen Klassenlotterie Berlin den Antrag, dass diese das ehemalige Gutshaus übernehme. Vorgesehen war, dass die Stiftung Eigentümerin wird und der Verein das Haus weiter nutzt. Für diese Idee gab es sogar Zuspruch aus der Senatskulturverwaltung.

Unabhängig davon schrieb die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales vor etlichen Monaten die Einrichtung eines Stadtteilzentrums irgendwo in Alt-Hohenschönhausen aus. Eine Idee war, das Bürgerschlosses dafür zu nutzen. Der Förderverein erklärte sich auch grundsätzlich bereit, entsprechende Aktivitäten zu unterstützen, berichtet Rüdiger Schwarz. Drei der sieben Bewerber stellten sogar vor Abgabe ihrer Bewerbung beim Senat dem Verein ihre Konzepte vor. Einen Tag vor der finalen Präsentation zog noch die Albatros gGmbH nach und schickte ihr Konzept. Sie bekam dann auch den Zuschlag. Aber weder in die Ausschreibung, noch in darauffolgende Gespräche oder die Entscheidung war der Förderverein eingebunden.

Unterdessen hoffte er auf die Lotto-Stiftung. Umso überraschter sei man gewesen, als Marion Bleß vom Vorstand der Stiftung mit Schreiben vom 16. September mitteilte, dass man das Kaufangebot ablehnen müsse, berichtet Rüdiger Schwarz. Als Gründe seien unter anderem „fehlende kulturelle Nutzungsmöglichkeiten“ und die mit der Übertragung verbundenen Kosten und Risiken angeführt worden.

Nach dieser Absage sieht sich der Förderverein als Eigentümer nun in der Situation, dass er sich einen anderen Interessenten suchen muss, mit dem er eine strategische Partnerschaft eigenen kann. „Wir suchen jemanden mit Gemeinwesenorientierung. Im Interesse der Allgemeinheit sollte der bis zum Jahresende gefunden sein“, sagt Rüdiger Schwarz.

Wo im Ortsteil ein Stadtteilzentrum einziehen könnte, ist indes noch völlig offen.

Informationen auf www.schlosshsh.de

Der Vorstand des Fördervereins, Ulrich Kasper, Rüdiger Schwarz und Andreas Gogolin (von links), ist auf der Suche nach einem strategischen Partner.
Das heutige Bürgerschloss Hohenschönhausen befindet sich seit 2008 im Eigentum des Fördervereins.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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