„Die Füchse haben unsere Schlappen geklaut!"

Von zwei Schuhpaaren verblieben Anett Köppen nur diese beiden Einzelstücke. Die beiden Gegenstücke und andere Schuhe holten sich Füchse.
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Biesdorf. Die Diebe sind los in Biesdorf. Doch in diesem Fall sind die Verbrecher Füchse. Eine Familie am Waldbacher Weg hat ihre Erfahrungen mit ihnen gemacht.

„Schauen Sie mal. Diese beiden Schlappen haben wir wiedergefunden. Es fehlt jeweils der andere“, sagt Anett Köppen und zeigt jeweils einen Clog in Rosa und in Schwarz. Die Gegenstücke sind nicht die einzigen Schuhe, die den Köppens seit Anfang Juli von der Terrasse verschwunden sind.

Die Familie hat inzwischen die Schuhdiebe ausgemacht. Es handelt sich eindeutig um Füchse, die in dem Vegetationsstreifen an der nahe gelegenen Bahnlinie ihre Bauten angelegt haben. Mindestens vier fanden die Köppens auf Anhieb und nahebei Berge von Schuhen.

Dieses Phänomen tauche in dieser Jahreszeit häufig in Gegenden auf, in denen Füchse ihre Jungen aufziehen, erklärt Stadtjäger Jörg Jaeckel. Er ist im Bezirk für die Wildtiere zuständig. „Die Füchse nehmen die Schuhe, damit ihre Jungen etwas zum Spielen haben“, sagt er. Die kleinen Füchse könnten mit den Gegenständen Bewegungs- und auch Jagdverhalten üben.

Auch für das gegenwärtig an unterschiedlichen Stellen massenhafte Auftreten dieser Tiere hat er eine Erklärung. „In der Berliner Fuchspopulation gab es zwischen 2010 und 2014 eine Staupeepidemie“, erläutert er. In deren Verlauf sind viele Füchse gestorben. Die Natur sorge für Ausgleich, indem nach solchen Katastrophen mehr Jungtiere als zuvor geboren werden.

Leicht könnten in einem Bau statt ein bis zwei jungen Füchsen fünf bis sechs aufwachsen. Entsprechend erhöhe sich die Zahl der Fuchsbaue in den darauf folgenden Jahren. Die Füchse hätten in der Stadt auch keinerlei natürliche Feinde. Ihre Zahl werde nur durch ein Phänomen reduziert – den Straßenverkehr.

Der Naturschutz schließt aus, dass im Falle einer solchen massiven Vermehrung der Mensch eingreift. Für Menschen bestehe keine unmittelbare Gefahr. In Berlin gab es seit 20 Jahren keinen Fall von Fuchstollwut mehr und vor dem Risiko der Übertragung mit dem Fuchsbandwurm könne sich jedermann leicht schützen. Man müsse nur das Obst und Gemüse aus dem Garten gründlich abwaschen. Es sollte auf den Grundstücken aber möglichst nichts herumliegen, was den Füchsen als Futter dienen und diese anlocken könnte.

Die Köppens beherzigen diese Regeln schon. Auch für die Schlappen auf der Terrasse haben sie eine Lösung gefunden. Sie stülpen nachts einfach eine Kiste über sie, sodass die Füchse nicht herankönnen.

Anett Köppen fand auch eine Erklärung, warum die Füchse ausgerechnet ihr Haus seit Anfang Juli wiederholt heimsuchten. „Kurz vorher ist unser Familienhund gestorben. Dadurch hatten die Füchse wahrscheinlich einfach keine Angst mehr, sich bei uns zu tummeln.“ hari

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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