Münzen, Orden, Geldscheine: Die Mitglieder des Numismatischen Clubs erforschen die Geschichte

Der Numismatiker Klaus Priese erläutert dem Vereinsvorsitzenden Jürgen Heymuth (2. von links) und weiteren Vereinsmitgliedern ein Stück aus seiner Sammlung.
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  • Der Numismatiker Klaus Priese erläutert dem Vereinsvorsitzenden Jürgen Heymuth (2. von links) und weiteren Vereinsmitgliedern ein Stück aus seiner Sammlung.
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Pankow. Die Mitglieder des Numismatischen Clubs Berlin-Pankow treffen sich einmal im Monat in der Freizeitstätte „Der Alte“, unweit des S-Bahnhofs Buch. Wer dahinter eine reine Sammlervereinigung vermutet, irrt gewaltig. Das Sammeln von Münzen, Medaillen, Orden, alten Geldscheinen und ähnlichem ist eigentlich nur Mittel zum Zweck. Die Numismatiker sind eher Historiker.

„Unsere Mitglieder spezialisieren sich auf bestimmte Gebiete“, sagt Jürgen Heymuth, Vorsitzender des Numismatischen Clubs. „Zu diesen Themen sammeln sie Münzen und Medaillen, erforschen aber auch das soziale, politische und kulturelle Umfeld. Dazu gestalten sie Ausstellung und halten Vorträge.“ So wie Heymuth, der seit Ende der 60er-Jahre Numismatiker ist, sind viele der 30 Mitglieder schon in gesetzterem Alter. Aber es kommen auch immer wieder jüngere zu den Treffen. Manchen Einsteigern müssen die alten Hasen erst einmal klarmachen: „Auch wenn wir Münzen sammeln, wir horten keinerlei Reichtümer, sondern sind auf der Suche nach Belegen für unser jeweiliges Sammelgebiet“, so Heymuth.

Ihre Münzen, Medaillen und Orden bekommen die Numismatiker unter anderem bei regelmäßig stattfindenden Tauschbörsen. Dort treffen sie auf Fachleute, die mit den Sammlerstücken richtig umzugehen wissen. Auch auf Flohmärkten und seit einigen Jahren übers Internet werden sie fündig. Gegründet wurde der Numismatische Club Berlin-Pankow 1990. Sein Vorläufer, die Numismatische Fachgruppe im Kulturbund, wurde aber bereits 1957 ins Leben gerufen. Zu dieser stieß Jürgen Heymuth im Jahre 1974. Zehn Jahre später wurde er Vorsitzender – und ist es bis heute geblieben.

„Vor der Wende gab es im Ostteil der Stadt noch weitere Numismatiker-Fachgruppen“, so der Vereinsvorsitzende. „Unsere ist aber die einzige, die bis heute besteht.“ Das liegt nicht zuletzt am gut funktionierenden Vereinsleben. An jedem zweiten Mittwoch im Monat ab 17 Uhr kommen die Mitglieder in der Freizeitstätte „Der Alte“ in der Wiltbergstraße 27 zusammen. Da werden dann zunächst Neuerwerbungen von Mitgliedern bestaunt, es wird getauscht und man fachsimpelt. Aber um 18 Uhr läutet dann Jürgen Heymuth die Glocke. Dann wird es offiziell. Der Vereinsvorsitzende eröffnet den Abend und berichtet über Neuigkeiten. Es folgt ein Vortrag zu einem speziellen Thema, den jeweils ein Mitglied vorbereitet. Mal geht es um Notwährungen, mal um Geldscheine mit Blindenschrift oder um die Geschichte der Währung eines bestimmten Landes.

Eine nächste Sammlerbörse mit Ausstellung veranstaltet der Numismatische Club Pankow am 13. November. Dazu ist jeder von 10 bis 14 Uhr in der Freizeitstätte in der Paul-Robeson-Straße 15 in Prenzlauer Berg willkommen. Anders als bei kommerziell organisierten Börsen ist der Eintritt frei. BW

Weitere Informationen gibt es auch über den E-Mail-Kontakt w_nitschke@t-online.de.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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