Krähen im Grenzstreifen: Installation der einstigen Mauervögel an der Versöhnungskapelle

19. August 2017
Kapelle der Versöhnung, 13355, Berlin
Die ersten 500 Krähen-Skulpturen wurden bereits im Juli in der Versöhnungskapelle bemalt und im mittlerweile abgemähten Roggenfeld aufgestellt.
  • Die ersten 500 Krähen-Skulpturen wurden bereits im Juli in der Versöhnungskapelle bemalt und im mittlerweile abgemähten Roggenfeld aufgestellt.
  • Foto: Natalia Petschatnikov
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Mitte. „Berliner Krähen“ heißt das Kunstprojekt der Zwillingsschwestern Maria und Natalia Petschatnikov, das am 6. September rund um die Kapelle der Versöhnung in der Mauergedenkstätte eröffnet wird. Am 19. und 20. August gibt es dazu eine offene Malwerkstatt.

Tausende Krähen stehen dann auf dem Acker des abgemähten Roggenfeldes auf beiden Seiten der Versöhnungskapelle. Die Vogelkörper haben die in St. Petersburg geborenen Künstlerinnen aus Abfall-Kunststoffen hergestellt. Schulkinder, Altenheim-Bewohner, Gemeindeglieder und Interessierte können die Skulpturen am 19. und 20. August jeweils von 11 bis 15 Uhr in einer offenen Malwerkstatt gemeinsam mit den Künstlerinnen im Wandelgang der Kapelle der Versöhnung, Bernauer Straße 4, bemalen. Die ersten 500 Krähen wurden bereits Anfang Juli in der Versöhnungskapelle bemalt. 

Das Kunstprojekt für die Versöhnungsgemeinde wurde im Rahmen der Nachbarschaftsförderung vom Quartiersmanagement Brunnenviertel sowie von der Stiftung Berliner Mauer unterstützt. In einem Schulprojekt haben die russischen Schwestern den Kindern auch die Geschichte der Krähen im ehemaligen Grenzstreifen der Berliner Mauer nahegebracht. Dabei ging es auch um stadtökologische Aspekte. Die Krähe soll nach dem Delphin das klügste Tier der Welt sein.

Zu Mauerzeiten fanden zehntausende Krähen im 155 Kilometer langen Grenzstreifen ihr zu Hause. Auf vielen Mauerfotos sitzen die Vögel in Scharen auf der oberen Mauerkante. „Die Vögel versammelten sich an diesen Orten, nachdem sie den Tag über am Rande von West-Berlin, auf den in der DDR entstandenen Mülldeponien, zur Futtersuche waren“, schreiben die Zwillinge Petschatnikow über ihr Kunstprojekt. Wie auf ein Signal hin flogen die Krähenschwärme bei einbrechender Dunkelheit auf, um zu ihren Schlafquartieren auf Parkbäumen zu gelangen. In Berlin wurden die Krähen stadtweit zu einer Art Symbol der 1980er-Jahre und der Berliner Mauer. Die Vogelkolonien der grauen, osteuropäischen Krähe und der schwarzen, westeuropäischen Krähe waren nur im einst geteilten Berlin anzutreffen.

Die beiden Schwestern hatten am Jahresanfang mit ihrer Installation „Creatures“ die Klosterkirchenruine zum Kunstort gemacht und Fellbälle in unterschiedlichen Größen und Farben in der Ruine platziert. DJ

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