Hier spielt und lebt eine Familie: 100 Jahre Fußball beim VfB Hermsdorf

Einer der größten Erfolge der jüngeren Vergangenheit: 2008 erreichte der VfB das Endspiel um den Berliner Pokal, unterlag aber Tennis Borussia.
  • Einer der größten Erfolge der jüngeren Vergangenheit: 2008 erreichte der VfB das Endspiel um den Berliner Pokal, unterlag aber Tennis Borussia.
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Hermsdorf. Am Sonnabend, 3. September hat die Fußball-Abteilung vom VfB Hermsdorf mit einem großen Fest ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert.

Am 16. Juni 1916 hatten sich zwölf junge Männer dazu entschlossen, mitten in den Wirren des 1. Weltkrieges, einen Fußballklub, den Hermsdorfer Sport-Club 1916, zu gründen. Dies geschah im Restaurant Knoblich an der Schulzendorfer Straße. 1917 musste der Spielbetrieb aber wieder eingestellt werden, da zahlreiche Mitglieder an der Front kämpfen mussten. Es wird vermutet, dass vier der Gründungsmitglieder nicht lebend zurückkehrten. Aber bereits im Januar 1919 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. „Welcher Lebenswille und Mut spricht aus einer solchen Entscheidung!“, heißt es in einer Chronik des VfB. Dieser damalige Schritt habe auf eindrucksvolle Weise gezeigt, dass Sport und Spiel dabei helfen können, neue Kräfte zu mobilisieren, die täglichen Herausforderungen anzunehmen und einfach Freude zu empfinden. An dieser Bedeutung von Sport hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert. 1919 wird der Klub in den Verein für Bewegungsspiele Hermsdorf 1916 umbenannt, um Verwechslungen mit einem Tennisverein namens Hermsdorfer Sport-Club zu vermeiden. Eine Jugendabteilung wird ins Leben gerufen. 1925 pachtet der Klub einen Platz an der Seebadstraße – noch heute die Heimat des VfB.

Spielbetrieb wieder aufgenommen, trotz vieler Gefallener

Als größten Erfolg in der Historie der Abteilung bezeichnet Sascha Krakowski, Schriftführer für den Vorstand und sportlicher Leiter, die Tatsache, dass es der Abteilung gelungen war, im Jahr 1947 den Spielbetrieb unter dem Namen VfB Hermsdorf wieder aufzunehmen. Immerhin war der Klub 1945 aufgelöst worden – 13 Sportkameraden waren im 2. Weltkrieg gefallen. In der jüngeren Geschichte seien die infrastrukturellen Veränderungen der letzten Jahre wie der Neubau des Vereinsheimes mit Geschäftsstelle im Jahr 2012 sowie die sportlich famose Ära der 1. Herren unter Trainer Jörg Schmidt, der das Team 18 (!) Jahre lang trainiert, in der Berlin-Liga etabliert und 2008 ins Berliner Pokalfinale geführt hatte, von zentraler Bedeutung. Aber auch die Etablierung des Mädchenfußballs unter dem mittlerweile verstorbenen Konrad Mansmann sowie zahlreiche Auszeichnungen der Jugendarbeit durch den Deutschen Fußballbund seien Meilensteine in der Entwicklung gewesen.

Die Jugendmannschaften als sportliche Zukunft

Heute jagen rund 400 Menschen beim VfB dem runden Leder hinterher, darunter 230 Kinder und Jugendliche. Der Klub nimmt zurzeit mit 26 Teams – 19 Jugendmannschaften, neun Herren und Seniorenteams sowie einer Frauenmannschaft – am Spielbetrieb teil. Neben den 1. Herren gehört auch die Ü32 des Klubs seit Jahren zu den Aushängeschildern im Berliner Fußball. Aber auch im Jugendbereich konsolidiert man sich und erntet punktuell Früchte in den einzelnen Altersgruppen. „Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg für die nächsten Jahre“, erklärt Krakowski. „Diese Kinder und Jugendlichen sind die sportliche Zukunft für uns – auch, um uns gegen die immer ausufernde Finanzierungsblase im Berliner Fußball zu wehren.“

Aber was zeichnet die Fußball-Abteilung des VfB aus und was unterscheidet sie von anderen? „Hier agiert, spielt und lebt eine Familie! Wir streiten, glätten, ehren und fühlen dabei immer den Herzschlag des Vereins“, erläutert Krakowski und bezeichnet dies auch als wichtigsten Faustpfand für eine erfolgreiche Zukunft: „Wir wollen das bleiben, was wir sind: Primär ein Ausbildungsverein, der auch die sozialen und gesellschaftlichen Aspekte in die tägliche Arbeit einfließen lässt. Wir wollen nahbar sein und bleiben und einen Ort schaffen, wo alle Altersgruppen der größten Liebe des Sports nacheifern können: dem Fußball!“ min

Autor:

Michael Nittel aus Reinickendorf

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