Zwei Gedichte zum Thema "Glück"

sirenen im glück

hier am trocknen uferrande
will ich endlich wieder stehn
möwen kreischend im sande
werd ich schaum der wellen sehn

o, es ist die schrille stille
strandgeflügel – weltentzogenheit
zu verweilen hier, ist mir der wille
augenblicke der unendlichkeit

melodien wie sirenensang
süßes scheint mir hier verliehen
schöner war noch nie sein klang
würd Odysseus hier auch ziehen?

ambivalenz der gefühle

ich richte mir ein zimmer ein
in der luft unter den arkaden
dort, wo die vögel nisten
mein bett frei schwebend
wie ein nest im wind
nur die sehnsucht als stütze
dort werde ich freier atmen können
meine worte – schwebende federn
lautlos, aber mit wurzeln
doch ich fürchte mich
denn auch an blauen tagen
könnte mich dieses glück verlassen

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