Rund um das Obdachlosenhaus ist es ruhiger geworden

Stephan Ebel von "Haus Hebron" will mit den Anwohnern im Gespräch bleiben.
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Niederschöneweide. Fast 130 Menschen haben in der Hartriegelstraße 132 ihre Meldeadresse. Vor einem Jahr öffnete hier die Obdachloseneinrichtung „Haus Hebron“ ihre Pforten.

Als vor gut neun Jahren erste Pläne bekannt wurden, aus dem ehemaligen Garagenhof der Staatssicherheit ein Wohnprojekt für Obdachlose zu machen, regte sich Anwohnerprotest. Schnell gab es eine Bürgerinitiative. Ein Teil der Anwohner sorgte sich vor mehr Kriminalität im Wohngebiet, vor Schmutz oder vor Belästigungen durch Betrunkene.

Inzwischen haben das Haus und seine Bewohner ihren Platz im Wohngebiet gefunden. Vorfälle – fast unterhalb der Wahrnehmungsgrenze – gibt es natürlich. Manche ärgern sich über weggeworfene Schnapsflaschen und mal ist ein Heimbewohner betrunken auf einer Bank von Anwohnern eingeschlafen. „Wir kümmern uns dann darum“, sagt Stephan Ebel, Geschäftsführer vom Haus Hebron.

„Die Bürger haben uns am Anfang misstraut. Wir arbeiten ja mit Steuergeldern mit den obdachlosen Menschen, da verstehen wir das öffentliche Interesse“, sagt Stephan Ebel. Deshalb hatte er bereits vor der Eröffnung des Wohnprojekts einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, an dem neben dem zuständigen Stadtrat Gernot Klemm und dem Sozialamt Anwohner sowie die Bürgerinitiative beteiligt sind. Beim Treffen Ende Mai wurde bekannt, dass sich Haus Hebron weiter zu den Nachbarn öffnen wird und dafür bereits Kontakte zur Freiwilligenagentur „Sternenfischer“ und zur örtlichen Kirchengemeinde geknüpft hat. Aktuell werden Ehrenamtliche gesucht, die die hauseigene Kleiderkammer betreuen und beim Bepflanzen von Hochbeeten helfen.

Mit dem Gerücht, auf einem benachbarten Garagengrundstück könnte ein weiteres Haus für Obdachlose entstehen, räumte der Geschäftsführer auf. „Es gibt Überlegungen, dort ein Mehrgenerationenhaus mit einer Pflege-WG zu erreichten, dafür gibt es aber noch keine Finanzierung“, sagt Stephan Ebel.

Auf jeden Fall will er mit den Anwohnern im Gespräch bleiben. Wenn auch der Garten fertig ist, soll es – vermutlich im kommenden Jahr – ein Sommerfest gemeinsam für Bewohner und Anlieger geben. RD

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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