„Stralauer Fischer“ wird aufpoliert
Im Sommer soll die Brunnenanlage am Treptower Rathaus fertig sein

Gunilla Mihan reinigt die Plastik mit einem Dampfstrahlgerät.
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  • Gunilla Mihan reinigt die Plastik mit einem Dampfstrahlgerät.
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Im Herbst 2018 rückten in der kleinen Parkanlage am Rathaus Treptow die Bauleute an. Bis zum kommenden Sommer soll die Neugestaltung des Parks abgeschlossen sein.

An der Anlage, die künftig wieder von der Plastik „Stralauer Fischer“ – deshalb auch Fischerbrunnen genannt – gekrönt wird, wird gebaut. Der Brunnen erhält ein neues Becken, dazu moderne Wassertechnik. Außerdem werden Wege und Bepflanzungen erneuert.

Die rund zwei Meter hohe Marmorplastik des Brunnens steht derzeit in einer Potsdamer Werkstatt. Dort ist Gunilla Mihan von der BMP Restaurierung und Konservierung GmbH mit der Reinigung beschäftigt. „Die Skulptur steht ja seit fast 100 Jahren im Freien, und das unter Bäumen. Da setzen sich Moos und Algen fest, die aufwendig entfernt werden müssen“, erklärt Gunilla Mihan. Da Marmor sehr empfindlich ist und nicht mit Säuren in Kontakt kommen darf, wird bei der Reinigung auf den Einsatz von Chemie verzichtet. Reinigungsmittel sind Wasser, Wasserdampf und feine Bürsten. Mit einem Dampfstrahlgerät entfernt die Restauratorin feine Algenablagerungen an der Figur. „Für ein Alter von rund 100 Jahren ist der ,Fischer' aber noch gut erhalten“, bescheinigt Gunilla Mihan.

Ende Juni soll die Plastik dann wieder auf ihren ebenfalls überholten Sockel am Rand des Brunnenbeckens gestellt werden. Im Sommer soll die Anlage fertig sein, der Umbau erfolgt aus Unterhaltsmitteln des Straßen- und Grünflächenamts und kostet rund 810 000 Euro.

Den „Stralauer Fischer“ hatte der bekannte Bildhauer Reinhold Felderhoff (1865-1919) im Jahr 1916 für das neue Treptower Rathaus geschaffen. Die Gestaltung der Grünanlage an der heutigen Bulgarischen Straße verzögerte sich jedoch, da sich dort seinerzeit noch eine Wendeschleife der Straßenbahn befand. Erst nach deren Abbau konnte die Brunnenanlage mit der Marmorplastik dann 1925 errichtet werden. Mit dem Fischer soll an die berühmten Stralauer Fischzüge des Mittelalters erinnert werden, die damals quasi vor den Toren Treptows stattfanden und an denen auch Fischer vom Treptower Spreeufer beteiligt waren.

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