Über den Haufen geworfen
Pläne für die Friedrich-Engels-Straße müssen vollständig überarbeitet werden

Der endgültige Ausbau der Friedrich-Engels-Straße verzögert sich weiter. Noch sei nicht absehbar, wann das dafür nötige Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden kann, sagt Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen). Damit ist auch zehn Jahre nach Beginn der Erneuerung der Straße kein Ende in Sicht.

Von 2008 bis 2010 ließ das Bezirksamt zunächst den Abschnitt zwischen Pastor-Niemöller-Platz und Platanenstraße umbauen. Die Erneuerung des zweiten Abschnitts zwischen Platanen- und Nordendstraße wurde 2013 beendet. Danach hätte es mit dem dritten und letzten weitergehen können. Der Senat entschied allerdings, dass für ihn ein Planfeststellungsverfahren notwendig ist. Denn die Veränderungen durch die Neuaufteilung des Straßenraumes seien dort erheblich. Um von vornherein Konflikte mit Anliegern auszuräumen, soll die Baumaßnahme also gesetzlich verankert werden.

Das Planfeststellungsverfahren war bereits recht weit fortgeschritten und die Entwurfsplanung abgeschlossen, als die BVG die Planer vor zwei Jahren mit einer Entscheidung überraschte. Jahrelang lehnte man den Vorschlag, die Straßenbahntrasse auf der Friedrich-Engels-Straße zweigleisig auszubauen, ab. Doch 2016 gab es einen Sinneswandel. Das zweite Gleis sei doch nötig, hieß es aus den Verkehrsbetrieben. Das prognostizierte Bevölkerungswachstum im Norden Pankows führte offenbar zu einem Umdenken. Bisher fährt die Tram nur eingleisig im Zwanzig-Minuten-Takt. Mit zwei Gleisen könnte der Straßenbahntakt verdichtet und so das Nahverkehrsangebot attraktiver werden.

Vor diesem Hintergrund musste daraufhin das Planfeststellungsverfahren neu aufgerollt werden. Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) sagt, dass die Planung derzeit überarbeitet werde. Insbesondere müssen an den Straßenkreuzungen gravierende Änderungen vorgenommen werden. Außerdem führten geänderte Anforderungen an die Planung von Radverkehrsanlagen im Land Berlin dazu, dass die Fahrbahn neu trassiert und die Querschnittsaufteilung der Straße verändert werden müsse. Das alles und weitere neue Regelungen hätten zur Folge, dass grundlegend umgeplant werden müssen, so Kuhn. Es ist absehbar, dass auf der Friedrich-Engels-Straße erst im nächsten Jahrzehnt weitergebaut wird.

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