Bald besser auf dem Rad unterwegs
Schwerlaster sorgen für Lärm und Erschütterungen

Die Dorfkirche Rosenthalleidet unter Erschütterungen, wenn Schwerlaster über das Kopfsteinpflaster im Dorfkern donnern.
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  • Die Dorfkirche Rosenthalleidet unter Erschütterungen, wenn Schwerlaster über das Kopfsteinpflaster im Dorfkern donnern.
  • Foto: Torsten Hofer
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Im Ortsteil hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Sie nennt sich „Historischer Dorfkern Rosenthal“ und setzt sich dafür ein, die Lebensverhältnisse im Ortsteilkern zu verbessern.

Insbesondere der Schwerlastverkehr, der über die alten Kopfsteinpflasterstraßen rollt, beeinträchtigt das gesundheitliche Wohlbefinden der Menschen. Er wirkt sich zudem nachteilig auf die denkmalgeschützte Bausubstanz im historischen Dorfkern im Umfeld der Kirche aus. „Die Bürgerinitiative hat mich um Hilfe gebeten“, berichtet Abgeordnetenhausmitglied Torsten Hofer (SPD). „Dazu haben die Anwohner eine Videokonferenz mit mir durchgeführt. Im Nachgang der Veranstaltung habe ich den Senat zu den Anliegen der Bürger befragt.“

Unter anderem wollten die Mitglieder der Bürgerinitiative wissen, ob das Kopfsteinpflaster der Hauptstraße in Rosenthal noch unter Denkmalschutz steht, denn in der Denkmalliste des Landes taucht es nicht ausdrücklich auf. „Dazu hat mir der Senat auf meine Anfrage hin berichtet, dass des Ortskern Rosenthal als Ensemble geschützt ist." Zum "Schutzgut" zählt auch das Kopfsteinpflaster.

Für das klassische Ortsbild ist das sicherlich eine gute Nachricht. Aber die Nachteile liegen auf der Hand. Vor allem die Schwerlaster, die über das Kopfsteinpflaster fahren, verursachen starke Geräusche und Erschütterungen. Das Kopfsteinpflaster führt auch dazu, dass das Radfahren im historischen Dorfkern eine einzige Qual ist. „Deshalb hat mich interessiert, ob auf der Hauptstraße ein asphaltierter Radstreifen angelegt werden könne“, so Hofer. Diese Frage ist von großem Interesse im Ortsteil, weil viele Rosenthaler gern mit dem Rad unterwegs sind und es bisher keine durchgehenden Radwege gibt.

Asphaltstreifen soll noch dieses Jahr kommen

„Meines Erachtens hat das Mobilitätsgesetz Vorrang vor dem Denkmalschutz“, erklärt Hofer. Denn das Mobilitätsgesetz schreibe vor, dass für den Radverkehr gut befahrbarer Straßenbelag eingesetzt werden soll. Ansonsten weichen Radfahrer lieber auf den Gehweg auf, weil ihnen das Kopfsteinpflaster auf der Straße zu rumplig ist. Das sorgt dann für Konflikte auf den Gehwegen. Was das Kopfsteinpflaster angeht, gebe es gute Nachrichten, so der Abgeordnete. Die bezirkliche Denkmalbehörde und das Landesdenkmalamt haben das Problem erkannt. „Sie haben bereits vor Jahren die Denkmalbelange zum Erhalt des Kopfsteinpflasters schriftlich zurückgestellt, um einem lärmmindernden Straßenbelag nicht im Wege zu stehen. Damit ist es möglich, den Straßenbelag zu erneuern oder einen asphaltierten Fahrradstreifen herzurichten.“

Fest stehe bereits, dass in der Hauptstraße von der Friedrich-Engels-Straße bis einschließlich Landhaus Rosenthal das vorhandene Großpflaster durch eine Asphaltbefestigung ersetzt wird. „Die Baudurchführung ist noch für dieses Jahr vorgesehen“, erfuhr Hofer aus der Senatsverwaltung.

Neben Verbesserungen für den Radverkehr fordert Hofer auch Verbesserungen für Fußgänger. Deshalb wollte er vom Senat auch wissen, wie sich die Situation für Fußgänger in Rosenthal verbessern wird. Die baulichen Zustände der Gehwege auf der Hauptstraße und der Schönhauser Straße sind dem für die öffentlichen Straßen verantwortlichen Straßen- und Grünflächenamt bekannt, erfuhr der Abgeordnete. Das führte letztendlich auch zur Entscheidung, entsprechende Baumaßnahmen in die Investitionsplanung aufzunehmen. Die Planungen für die Straßen konnten jedoch bisher aus aufgrund fehlender Kapazitäten nicht begonnen werden, heißt es aber weiter aus der Senatsverwaltung.

Die Bürgerinitiative „Historischer Dorfkern Rosenthal“ wünscht sich nicht nur sanierte Gehwege, sondern auch, dass sich die Querungssituation für Fußgänger im Ortskern verbessert. Deshalb setzt sie sich für Fußgängerüberwege an der Hauptstraße 138, der Schönhauser Straße 2, der Schönhauser Straße 73c sowie der Schönhauser Straße 18a ein. Bislang gibt es allerdings noch keine Planungen für Zebrastreifen an diesen Stellen, heißt es aus dem Senat. Hofers Anfrage werde jedoch zum Anlass genommen, die vorgeschlagenen Standorte in der Arbeitsgruppe „Förderung des Fußverkehrs / Querungshilfen“ bei der Senatsverwaltung zu prüfen.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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