Mit Geduld und großer Nähe
Museum Lichtenberg zeigt Ausstellung des Fotografen Wulf Olm

 Fotograf Wulf Olm hat Orang Utan Kevin im Jahr 2004 abgelichtet.
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  • Fotograf Wulf Olm hat Orang Utan Kevin im Jahr 2004 abgelichtet.
  • Foto: Wulf Olm
  • hochgeladen von Berit Müller

Ältere Zeitgenossen mögen beim Spruch „Menschen – Tiere – Sensationen“ an eine Zirkusshow denken, es ist aber auch der Titel einer neuen Ausstellung im Museum Lichtenberg in der Türrschmidstraße 24. Sie zeigt Arbeiten des Fotografen Wulf Olm, etliche sind im Tierpark entstanden.

Wulf Olm wurde 1946 in Karlshorst geboren, wo er auch aufgewachsen ist. Der Fotograf mit der einzigartigen Handschrift hat im Bildgedächtnis Berlins viele Spuren hinterlassen – auch und ganz besonders in seinem Heimatbezirk Lichtenberg. Nach einem Fernstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig startete Wulf Olm in den 1960er-Jahren seine Laufbahn als Fotograf bei der Tageszeitung Junge Welt. Dort bannte er zunächst überwiegend Sportszenen auf Papier, viele seiner Sportfotos erhielten Preise in der DDR und international.

1986 wechselte er zur Berliner Zeitung, für die er bis zu seinem frühen Tod im Jahr 2007 fotografierte. Er war als Bildjournalist unter anderem auf der Großbaustelle Neu-Hohenschönhausen unterwegs, viele seiner Aufnahmen entstanden auf der Trabrennbahn in Karlshorst. Sie vermitteln die Dramatik und Dynamik der Pferderennen, spiegeln aber gleichzeitig die besondere Atmosphäre dieser „Rennbahn der kleinen Leute“ wider. Im Tierpark Friedrichsfelde gelang es Wulf Olm mit scheinbar unendlicher Geduld, Szenen festzuhalten, die ihn bis heute als einen der besten Tierfotografen Deutschlands ausweisen.

Bilder von dort, "wo das Leben spielt"

Von 1989 bis 1999 war er für die Berliner Zeitung mit Chefreporter Alexander Osang unterwegs – und porträtierte die „Aufsteiger und Absteiger“ der gesellschaftlichen Umbrüche. Ab 1999 arbeitete er im Lokalressort. An Wulf Olms Berufsethos erinnern sich seine Kolleginnen und Kollegen noch heute. Die Aufforderung: „Raus müsst Ihr, dorthin, wo das Leben spielt!“, bildet sich in seinen Fotografien ab. Sie zeugen von einer großen Nähe zu den Menschen und Tieren, die er ablichtete. Für das im Jahr 2002 eröffnete Tierheim in Falkenberg stellte er mit seinen Bildern die Jahreskalender zusammen.

Heute liegen viele seiner veröffentlichten Fotos dem Museum Lichtenberg mit dem von der Familie Olm übergebenen Nachlass vor. Die Kuratorin der Ausstellung, Petra Schröck, die auch die Fotogalerie der Brotfabrik in Weißensee betreut, hat etwa 80 Aufnahmen für die Schau ausgewählt. Sie zeigen Menschen, Tiere und Sensationen aus einer nur wenige Jahrzehnte zurückliegenden Zeit. Mit ihrer Sicht und Art berühren die Bilder noch heute.

Veröffentlicht wurden Wulf Olms Fotos bisher in „Ankunft in der Neuen Mitte – Reportagen und Porträts“ sowie „Tierisch – Impressionen aus dem Berliner Tierpark und Zoo“ im Ch. Links Verlag.

Die Ausstellung „Menschen – Tiere – Sensationen“ ist bis zum 3. November im Museum Lichtenberg in der Türrschmidtstraße 24 zu sehen, Öffnungszeiten: dienstags bis freitags und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

 Fotograf Wulf Olm hat Orang Utan Kevin im Jahr 2004 abgelichtet.
Aus den 1970er-Jahren stammt diese Aufnahme namens "Motoball".

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