Kleingärtner wollen regelmäßigen Baumschnitt - Grünflächenamt sah Notwendigkeit nicht
"Was schön aussieht, muss man pflegen"

Brigitte und Klaus-Dieter Herrmann sind gern draußen in ihrem Kleingarten Am Graben.
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  • Brigitte und Klaus-Dieter Herrmann sind gern draußen in ihrem Kleingarten Am Graben.
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Ein Dorn im Auge: Kleingärtner der „Kolonie Ludwig Heim“ am Brunsbütteler Damm kritisieren die Baumpflege am Neustaakener Graben. „Zu selten“, sagen sie und mahnen beim Bezirksamt einen regelmäßigen Baumschnitt an.

Entlang des Neustaakener Grabens wurden wie am benachbarten Bullengraben vor Jahren zahlreiche Kopfweiden gepflanzt. Die sind mit ihren ausladenden Kronen auch schön anzusehen. „Nur leider werden sie nicht richtig gepflegt“, sagen Brigitte und Klaus-Dieter Herrmann. Während die Kopfweiden am Bullengraben jedes Jahr geschnitten werden, sei das bei den Bäumen am Neustaakener Graben seit drei Jahren nicht mehr passiert.

Die Folge: „Beim letzten Sturm im Juni sind Äste abgebrochen und lagen quer über dem Fußweg. Einer kam bei uns runter und reichte bis zum Schuppen des Nachbarn.“ Die Kleingärtner, die seit 25 Jahren eine Parzelle Am Graben gepachtet haben – so heißt der Fuß- und Radweg am Neustaakener Graben – machten Fotos und informierten das Straßen- und Grünflächenamt. „Die Mitarbeiter kamen auch sofort raus, um sich das anzuschauen“, erinnern sich die Herrmanns. „Am nächsten Tag war alles beseitigt.“ Daran haben die Herrmanns auch gar nichts zu kritteln. Dafür, dass das Straßen- und Grünflächenamt nach solchen Stürmen alle Hände voll zu tun hat, habe das Amt super schnell reagiert. Aber die Kleingärtner treibt die Sorge um, dass die Schäden beim nächsten Sturm größer sein könnten. „Als wir beim Amt nachfragten, ob die Weiden noch in diesem Jahr geschnitten werden, wurde uns mitgeteilt, es gehe nach Zweckmäßigkeit“, sagt Klaus-Dieter Herrmann. „Soviel ich weiß, müssen die Weiden aber alle zwei Jahre geschnitten werden.“

Durchfahrt für Feuerwehr
ist nicht möglich

Michael Hoheisel, 1. Vorsitzender der „Kolonie Ludwig Heim“, sieht das ebenso. „Wir schreiben das Grünflächenamt jedes Jahr an, damit es die Weiden schneidet.“ Denn wenn die Äste zu weit überhängen, sei der Weg Am Graben, der auch eine Feuerwehrdurchfahrt ist, nicht mehr befahrbar. „Was schön aussieht, muss man auch pflegen. Das gilt besonders für Kopfweiden.“

Laut Grünflächenamt ist ein Schnitt bei Kopfweiden alle drei bis zehn Jahre nötig und üblich. Bei Trockenheit könne der Rückschnitt problematisch werden. Den Kopfweidenschnitt am Neustaakener Graben hätten die Baumkontrolleure des Reviers am 5. Februar schriftlich beauftragt. Der bezirklichen Baumkolonne fehlten zu der Zeit die Kapazitäten. Ende März sei der Auftrag dann an eine Privatfirma gegangen, die ihn laut Bezirksamt bisher aber nicht ausführte. Dafür gibt es mehrere Gründe. Im März beginnt die Vogelbrutzeit, weshalb Bäume bis Ende September nicht beschnitten werden dürfen. Eine akute Verkehrsgefährdung hätte im Februar nicht vorgelegen. „Sturmereignisse sind zwar nicht vorhersehbar, deswegen wird aber nicht vorbeugend zurückgeschnitten“, so das Amt. Den Kleingärtnern sei bereits häufiger mitgeteilt worden, dass sich der Rückschnitt an der gärtnerischen Notwendigkeit orientiere.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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