„Übungsfeld für die neue Stadt“
Beim Baukollegium steht die Entwicklung des ehemaligen Flughafens Tegel im Mittelpunkt

Ende Oktober hatte sich bereits das Baukollegium mit dem Schumacher-Quartier – speziell mit der vorgesehenen Freiraumplanung – beschäftigt. Bei diesem Gremium handelt es sich um eine Art Expertenrat, der unter Leitung von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher regelmäßig zusammentritt.

Die Sitzungen sind öffentlich, zuletzt fanden sie per Videokonferenz statt. Dem Interesse war das aber zumindest beim Oktobertermin nicht abträglich. Da waren mehr Zuhörer dabei als normalerweise vor Ort. Das Baukollegium interessiert sich zumeist für Bauvorhaben, denen eine gesamtstädtische Bedeutung beigemessen wird. Bisher betraf dies vor allem Orte in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf. Mit den Tegel-Planungen rückt jetzt auch Reinickendorf mehr ins Blickfeld.

Besonderes Augenmerk legt das Gremium auf bauästhetische Fragen. Manchmal werden auch Nutzungsanliegen vorgebracht. Seine Wünsche und Anregungen sind in der Regel nicht bindend, sie werden aber von den meisten Investoren ernst genommen. Beim Thema Flughafen gilt das erst recht. Denn die öffentliche Hand ist hier – schon über die Tegel Projekt GmbH – zumindest indirekt involviert. Es handelt sich hier um ein „Übungsfeld für die neue Stadt“, wie das Baudirektorin Regula Lüscher formuliert. Besondere Aufmerksamkeit kommt da dem geplanten Schumacher-Quartier mit seinen 5000 Wohnungen zu.

Die Freiraumplanung ist dabei ein Aspekt davon. Ihre vorgesehene Gestaltung stieß insgesamt auf Wohlwollen. Neben zwei großen Stadtplätzen sind diverse kleinere grüne Areale, sogenannte Windmühlenplätze im Schumacher-Quartier geplant. Freiflächen werden wie Windmühlenflügel um einen zentralen Platz wie eine Straßenkreuzung gruppiert. Straßen bedeuten in diesem Quartier übrigens weitestgehend autofreie Verbindungen. Autos sollen in Hubs am Rande des Viertels abgestellt werden. Von dort sollen Bewohner möglichst fußläufig zu den eigenen vier Wänden gelangen.

Das Schumacher-Quartier bündele Vorhaben, die sich in Richtung der Prämissen eines urbanen Raums im 21. Jahrhunderts bewegten, urteilt das Baukollegium. Anders als bei den bisher bekannten Ideen für den Tegel-Campus, der den Mitgliedern anscheinend noch zu „retro“, sprich rückwärtsgewandt erscheint. Das Kollegium wird sich in den kommenden Jahren wahrscheinlich regelmäßig mit dem Flughafen-Gelände beschäftigen. Beim Schumacher-Quartier wird es vor allem um dessen Energiekonzept und die nachhaltige Wasserversorgung (Stichwort Schwammstadt) gehen – und nicht zuletzt um die Holzbaupläne.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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