Das war das Jahr 2015 in Treptow-Köpenick

Senator Andreas Geisel und Fährmann Ronald Kebelmann setzten "Paule III" gemeinsam in Gang. (Foto: Ralf Drescher)
 
Petra Löfflad war bei der Kunstmeile in der Baumschulenstraße dabei. (Foto: Ralf Drescher)
 
Die Artisten von Cabuwazi treten sogar auf Baustellen auf. (Foto: Ralf Drescher)
 
Minka Dott ist stolz auf ihre Arbeit. Der Ortsverein Grünau wurde 25 Jahre alt. (Foto: Ralf Drescher)

Treptow-Köpenick. Das Jahr geht zu Ende. Zeit für einen Rückblick auf Spannendes und Wichtiges, über das die Berliner Woche berichtete.

Januar

In der gerade errichteten Containersiedlung im Allende-Viertel zogen die ersten Bewohner ein. Darunter Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen waren. Das Echo ließ nicht lange warten. Bei den Protesten „besorgter Bürger“ im Bezirk mischten auch die Braunen von der NPD tüchtig mit, wie die Senatsverwaltung für Inneres mitteilte. Bei der Anmeldung einer Protestveranstaltung war ein NPD-Funktionär dabei.

Die neue Sporthalle Merlitzstraße in Adlershof ist gerade noch der Beschlagnahme als Flüchtlingsquartier entgangen. Die Halle wird dringend für Wettkämpfe gebraucht. Schul- und Sportstadtrat Michael Vogel (CDU) intervenierte und konnte die Belegung abwehren.

Im Treptower Hafen gibt es eine Tragödie. Eine junge Frau springt aus Liebeskummer von der Fußgängerbrücke in die eiskalte Spree. Die 21-Jährige bleibt mehrere Wochen verschwunden, dann taucht die Leiche am Osthafen auf.

Februar

In der Zeppelinstraße 9 wohnte bis 1943 Else Schierhorn, eine jüdische Mitbürgerin. Sie wurde von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet. Anwohnerin Anna Eichhorst hat dafür gesorgt, dass ein Stolperstein an sie erinnert.

In der Dammvorstadt wurde tüchtig gebuddelt, Annenallee, Joachimstraße und Cardinalplatz waren wochenlang gesperrt. Anwohner waren genervt und beschwerten sich bei uns – zu Recht.

Es ist ein Jahr der Richtfeste und Grundsteinlegungen. An der Kiefholzstraße geht über einem Haus der Gewobag der Richtkranz hoch. Bis zum Jahresende ziehen 98 Familien ein.

Das Land Berlin stellt Geld für Spreepark und Gasthaus „Eierhäuschen“ zur Verfügung. Insgesamt zehn Millionen Euro können investiert werden.

März

Der Industriesalon, das kleine Museum in Oberschöneweide, zeigte eine interessante Ausstellung. Thema war die Postkontrolle der Stasi, die harmlose Rundfunkhörer des Rias ausspionierte und sogar ins Gefängnis brachte.

Ihre Berliner Woche feierte 25. Geburtstag. Mit Gratulation von Geschäftspartnern und Lesern. Ebenfalls Jubiläum feierte der Ortsverein Grünau, auch der wurde 25. Die Ehrenamtlichen um Minka Dott haben sich als Betreiber des Bürgerhauses einen Namen gemacht.

In der Freiheit 15 öffnet die neue Musikschule. Rund 1,7 Millionen Euro hat sie gekostet, eine gute Investition. Weniger gut kam die neue Leiterin an. Sie durfte am Ende ihrer Probezeit wieder gehen.

Die Artisten von Cabuwazi greifen während der Arbeit sogar zur Bierflasche – und spucken Feuer. Die Truppe gastiert damit sogar auf Baustellen, so viel Kreativität musste unbedingt in die Zeitung. Übrigens wird die Berliner Woche da gerade 25 Jahre alt.

April

Die BSR nimmt die illegalen Schrottsammler vor ihren Recyclinghöfen ins Visier. Die sollen von ihren Standplätzen durch Bürgerinformation und Ordnungsamt verdrängt werden. Am BSR-Hof Oberspreestraße misslingt das, dort stehen noch immer Schrottsammler.

Die Unfallstelle an der Langen Brücke, an der zwei junge Leute starben, soll entschärft werden. Das fordert der Abgeordnete Tom Schreiber von der SPD. Im Dezember wird ein Sicherheitsgeländer installiert.

Im Bezirk wird leider viel geklaut. Jetzt sogar ein Kunstwerk wie die Plastik „Heinzelmännchen“ nahe der Bulgarischen Straße im Treptower Park. Leider hatte die Fahndung der Polizei bis heute keinen Erfolg.

Vom Wissenschaftsstandort Adlershof gibt es Erfreuliches zu vermelden. Dort geht das Wirtschaftswachstum ungebremst weiter, jetzt arbeiten 16.000 Menschen rund um die Rudower Chaussee.

Mai

Bürgerschaftliches Engagement lohnt sich. Der Heimatverein Köpenick hat getrommelt, die Berliner Woche hat berichtet. Nun fährt die Rahnsdorfer Ruderfähre wieder und Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD), der das möglich gemacht hat, greift für die erste Tour selbst zum Ruder.

Wir berichten über Pläne zum Umbau des Bohnsdorfer Kreisels. Anwohner und Geschäftsleute sind mit den Bauplänen unzufrieden.

Im Treptower Park beginnt das große Buddeln. Das Gartendenkmal wird für 13 Millionen Euro aufgehübscht, unter strenger Beachtung des Denkmalschutzes.

Juni

Der Bezirk hat sich einen Fehler mit Folgen geleistet. Weil er eine Kostensteigerung bei Arbeiten im Bellevuepark nicht im Abgeordnetenhaus gemeldet hatte, muss er jetzt 50.000 Euro Strafe berappen.

In diesem Monat fällt die Mauer, und zwar die am Müggelsee. Dort wird die marode Uferkante abgerissen. Das kostet rund 500.000 Euro.

Um das Stadttheater Cöpenick entbrennt ein Kampf. Weil sie keine Zukunft mehr sehen, gründen einige Mitglieder einen Förderverein und stellen eigene Programme auf die Beine.

Sogar Rettungsringe werden geklaut, in ganz Berlin pro Jahr 400 Stück, der Schaden beträgt 16 000 Euro. Auch der Rettungsring an der Abteibrücke musste mehrmals ersetzt werden.

Ralf Fischer und Daniel Kotz haben ein Händchen für alte Technik. Deshalb haben sie die alte Druckerei am Büchnerweg mit den historischen Maschinen gerettet und zum produzierenden Museum gemacht.

Am Treptower Park finden Spaziergänger einen Koffer mit einer Frauenleiche. Die Tote, einer Norwegerin, wurde ermordet. Der Täter konnte zwei Monate später in Mexiko festgenommen werden, er wartet auf seine Auslieferung.

Juli

Auf dem Köpenicker Rathaushof wird Theater gespielt. Das Musical „Hauptmann von Köpenick“ geht dort über die Bühne. Leider mangelt es an Zuschauern. Trotzdem wird es 2016 eine Neuauflage geben.

Ein irischer Unternehmer will auf dem Areal der TRO-Trafofabrik Wohnungen bauen. Örtliche Gewerbetreibende und Anwohner sind dagegen, fürchten, dass ansässiges Gewerbe verdrängt wird. Später gibt es sogar einen Einwohnerantrag an die BVV gegen das Bauvorhaben.

Im Spreepark startet ein Sommerspektakel. Noch einmal geht „Spuk unterm Riesenrad“ über die Bühne.

Leser ärgern sich über die Ruine des im November 2014 abgebrannten Nahkauf-Markts an der Bergaustraße. Inzwischen gibt Interessenten, die dort Wohnungen bauen wollen.

Der Fußballverein SG Grün-Weiß Baumschulenweg wird 70 Jahre alt.

August

In Schmöckwitz beginnt der Abriss des Reifenwerks. Dort müssen illegale Ablagerungen beseitigt und marode Gebäude abgerissen werden, das kostet rund 4,3 Millionen Euro. Hier soll bald wieder Wald wachsen.

Gerd Natschinski ist gestorben. Der Komponist wohnte einige Jahre in Oberschöneweide, mit seinen Liedern bereicherte er Defa-Filme wie „Der Mann, er nach der Oma kam“ oder „Heißer Sommer“.

Die Feuerwehr Schmöckwitz hat Personalprobleme. Nur noch elf Retter greifen im Ernstfall zu Leiter und Schlauch. Verstärkung ist gefragt.

Anfang August ertrinkt am Netto-Markt in der Schnellerstraße ein Angetrunkener nach einem Sprung in die Spree. Die Wasserschutzpolizei weist darauf hin, dass das Baden in der Innenstadt strikt untersagt ist.

Unserem Leser Reinhard Goth stinkt eine illegale Sammelbox mit verfaulender Kleidung in einer Grünanlage am Dammweg. Die Box steht immer noch an gleicher Stelle, obwohl der Bezirk informiert ist.

September

Eine private Firma ersteigert das Areal der ehemaligen Gaststätte „Müggelschlößchen“, will dort bauen. Vom Bezirk gibt es eine Absage, die Fläche muss Wald bleiben.

Im Wald bei Friedrichshagen sind Brandstifter und Rabauken unterwegs. Sie zünden Jagdhochsitze an und sägen Ruhebänke durch. Erwischt werden sie leider nicht.

In Grünau kommt ein Grundstein in den Boden. Auf dem früheren Gelände von Berlin Chemie entstehen bis 2022 rund 800 Wohnungen.

Wie schon in den Vorjahren wird die Baumschulenstraße zur Galerie. Rund 40 Künstler zeigen ihre Werke, darunter Gemälde, Plastiken und Fotografien.

Die Deutsche Bahn sorgt mal wieder für Ärger. Auf eine Anfrage von Carsten Schatz (Die Linke) im Abgeordnetenhaus hin wird bekannt, dass der Bahnhof Schöneweide erst 2021 fertig wird, drei Jahre später als ursprünglich geplant.

Oktober

In Müggelheim müssen die Nachwuchsretter der Jugendfeuerwehr ran. Sie machen 24 Stunden Dienst zur Probe und dürfen Brände löschen, Verunglückte bergen und Menschen aus einem Boot retten.

Kemal Sümer will bauen. Aus dem früheren Kulturhaus des Werks für Fernsehelektronik sollen Studentenwohnungen werden, mit Platz für 170 Studenten. Allerdings muss er noch den Bezirk von seinen Planungen überzeugen.

In einem Gästehaus des Bundesinnenministeriums am Groß-Berliner Damm ziehen 590 Flüchtlinge ein. Weil dort gute Sanitäranlagen vorhanden sind, sollen überwiegend Familien untergebracht werden.

Die "Arche" eröffnet eine Außenstelle in Johannisthal. In den Räumen der Freikirchlichen Gemeinde an der Springbornstraße können Kinder basteln, Hausaufgaben machen und einen Abendimbiss genießen.

November

Die schlausten Berliner wohnen in Treptow-Köpenick. Bei Intelligenztests im Internet landeten die Einwohner des Bezirks auf Platz eins, gefolgt von Pankow und Charlottenburg.

Die Rahnsdorfer Ruderfähre war erfolgreich, Fährmann Ronald Kebelmann setzte 7170 Passagiere mit Muskelkraft über, außerdem stemmte er 2720 Fahrräder in oder aus seinem roten Fährboot.

Ein Möbelhersteller bezieht eine leere Fabrikhalle in Adlershof, die einst für den Kulissenbauer Ideea errichtet worden. Nach der Pleite der Firma 2008 blieb sie ungenutzt, nun arbeiten 36 Mitarbeiter von System 180 dort.

Auf dem Marktplatz in Adlershof gibt es kostenloses, drahtloses Internet. Möglich gemacht haben das örtliche Geschäftsleute und die Initiative Freifunk.

Dezember

Jetzt soll der Regionalbahnhof Köpenick doch gebaut werden. Das Land Berlin ist sogar bereit, der Deutschen Bahn ein Ausweichgleis zu finanzieren, damit deren Güterzüge nicht im Stau stehen, wenn Passagiere ein- oder aussteigen.

Noch einmal ist der Bohnsdorfer Kreisel Thema. Jetzt werden Unterschriften gegen den vom Bezirk geplanten Zweirichtungsverkehr gesammelt.

In Baumschulenweg gibt es Ärger. Die Schwimmhalle ist Schulen und Sportvereinen vorbehalten, private Besucher kommen nur noch an sechs Stunden pro Woche in die Fluten. RD
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