Umbenennung des Blütensträuchergartens in Unkräutergarten?

Kahlschlag, Aufnahme vom 28.03.17
 
Kahlschlag, Aufnahme vom 28.03.17
Berlin: Luisenstädtischer Kanal |

Der Blütensträuchergarten als Teil des Luisenstädtischen Kanals wird von Unkraut überwuchert, da blüht kaum etwas


Stolz berichtete das Bezirksamt Mitte in einer Pressemitteilung vom 02.10.2008, dass der Blütensträuchergarten an diesem Tag feierlich für die öffentliche Nutzung freigegeben wurde. Lt. dieser Pressemitteilung betrugen die Baukosten rd. EUR 435.000.

Die Jahre bis 2016 sind für mich hinsichtlich der Pflege im Dunkel. Jedenfalls lernte ich 2016 den Luisenstädtischen Kanal für mich lieben. Der Flieder und viele andere Sträucher und Bäume blühten, die Pflanzen waren groß geworden. Leider hatten sich auch eine Art natürliche Höhlen gebildet, die einigen Leuten als Müllhalde, Toilette und Wohnung dienten. Nicht sonderlich gut. Lt. Bezirksamt war daher im März diesen Jahres eine Rattenbekämpfung erforderlich. In der Pressemitteilung der Städträtin, Frau Weißler, vom 06.02.2017 (Nummer 47/17) wurde lakonisch mitgeteilt, dass im Blütensträuchergarten eine Schädlingsbekämpfungsmaßnahme erforderlich ist und der Teil des Kanals für einen Monat gesperrt würde. Bereits da sah man den Kahlschlag. Das Grünflächenamt entfernte, was entfernbar war. Der Kanal sah aus, als hätte ein Orkan gewütet und es war alles bis auf Stümpfe weg. Nach der Schädlingsbekämpfung geschah nichts. Keine Neuanpflanzung, keine offensichtlichen Bemühungen, den Kanal wieder schön zu machen.

Die Natur half sich selbst. Bis jetzt gedeiht dort vor allem das Unkraut hervorragend, ganze Abschnitte sind überwuchert. Einzelne Sträucher fangen an, wieder auszutreiben. Blühten sieht man kaum noch. Im letzten Jahr war es eine Blütenpracht. Der Flieder verbreitete wunderbaren Duft und sah herrlich aus. Dieses Jahr das Gefühl eines verwahrlosten Friedhofs, der aufgelöst wird. Dank des massiven Rückschnitts haben natürlich auch die Sprayer ihre Freude an den freien Flächen. Was geht uns Denkmalschutz an, wir sprühen vor Freude die Wände an!

Auch in anderen Teilen des Luisenstädtischen Kanals in Mitte erfolgten "einschneidende Maßnahmen", diese Flächen verkrauten ebenfalls.

Wie kann es sein, dass ein mit viel Geld, Mühe und Engagement saniertes Gartendenkmal, dass Erholung und Freude für die Menschen sowie auch für Bienen und anderes Getier eine Heimstätte bildet, vom Bezirksamt so schlecht behandelt wird?

Es muß endlich etwas geschehen. Sowohl das Engelbecken, die Berliner Woche berichtete kürzlich darüber, als auch der Luisenstädtische Kanal müssen besser gepflegt und erhalten werden. Ansonsten werden wir auch diese grüne Oase bald nicht mehr haben. Die Hundekotbeutelspender sind seit Jahren unaufgefüllt. Am Bethaniendamm wildes Camping mit Vermüllung und Hinterlassen von Exkrementen im Luisenstädtischen Kanal. Die Ratten wir es freuen. Da ist kein Campingplatz. Mehr Streifen der Polizei und des Ordnungsamtes könnten da helfen.

Ich rufe hier auch die Anlieger und Besucher auf, sich dafür einzusetzen, sei es mit Beschwerden an die BVV, das Bezirksamt und die Parteien als auch durch aktives eigenes Handeln sich dafür einzusetzen, dass der Bezirk hier seiner Verantwortung für den Kanal und das Engelbecken nachkommt. Dazu gehört auch, Eckenpi... (gestern sah ich einen, der ins Engelbecken machte, daneben saßen Leute und sahen zu), Müllsünder und Gäste, die ihren Müll da hinterlassen, anzusprechen und auf ihr schädigendes Verhalten aufmerksam zu machen. Es braucht außerdem im gesamten Bereich öffentliche Toiletten wie am Michaelkirchplatz, Engelbecken und Luisenstädtischen Kanal. Mehrsprachige Schilder, die auf das Fütterungsverbot im Engelbecken hinweisen und größere Mülleimer (tw. in Aufbau im Rosengarten).

Vielleicht finden sich engagierte Anwohner und Interessierte, die sich mit engagieren wollen. Für diese Menschen gibt es z.B. meine Facebookgruppe "Die Berliner Luisenstadt ein Stadtteil von Mitte und Kreuzberg" als Anlaufpunkt. Nur gemeinsam sind wir stark, was auch für alle anderen Akteure im Bereich gilt. Doch dazu ist es ein weiter Weg. Gehen wir ihn gemeinsam.

Auf Grund besserer Lesbarkeit wurde auf die Angabe der weiblichen Form verzichtet, selbstverständlich sind auch Anwohnerinnen u.s.w. angesprochen.
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2 Kommentare
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Peter Suboda aus Mitte | 15.07.2017 | 15:58  
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Jörg Simon aus Mitte | 15.07.2017 | 21:26  
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