Straßenkunst gegen Raser

Ramona Pop, Elternsprecherin Simone Odenthal und Künstler Carlos Silva machen aus der Ruppiner Straße ein Kunstwerk. Foto: Dirk Jericho
Berlin: Grundschule am Arkonaplatz |

Mitte. Eltern und Lehrer wollen mit einer Kunstaktion auf den gefährlichen Autoverkehr vor der Grundschule am Arkonaplatz aufmerksam machen.

Besonders zu Schulbeginn und am Ende gibt es brenzlige Situationen, wenn die Kinder über die Ruppiner Straße zum Spielplatz wollen. „Zum Glück ist noch nichts passiert“, sagt Elternsprecherin Simone Odenthal, deren Sohn Moritz in die erste Klasse geht. Zwar ist die Straße bereits nach Protesten der Schule und Eltern vor ein paar Jahren als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen worden, doch an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit halten sich die wenigsten Autofahrer. Die Elterninitiative „Über-Gang“ fordert ein komplettes Fahrverbot.

Der Elternverein Arko e.V. hat gemeinsam mit der Schulleitung eine Kunstaktion gestartet, um auf das Problem aufmerksam zu machen. In den kommenden Monaten sind weitere Aktionen auf der Straße geplant, „um den Ort mit Kunst zu besetzen“, so Odenthal. Für drei Tage hat der Bezirk anlässlich des 150-jährigen Schuljubiläums eine Vollsperrung für eine Malaktion genehmigt.

Der in Kolumbien geborene Künstler Carlos Silva, dessen drei Kinder auf die Arkonaplatz-Schule gehen, hat gemeinsam mit Schülern die Ruppiner Straße bemalt.

Kunst soll Raser irritieren

Die 60 Meter lange „abstraktive Komposition“ aus gelben, orangenen, weißen und schwarzen Dreiecken soll die Autofahrer „irritieren“. Ziel ist, dass viele vor den geometrischen Figuren zurückschrecken und nicht durch die Straße fahren. „Wenn die Straße nicht mehr wie eine normale Straße aussieht, drehen die Autos vielleicht um“, hofft Silva.

Die Bemalung der Straße ist von den Behörden im Rahmen der Schulfeier genehmigt worden. Dass die bunten Dreiecke erst in etlichen Monaten abgefahren sein werden, weiß wahrscheinlich nur die Elterninitiative „Über-Gang“. Das Straßenbauamt hatte 2008 der Schule schon einmal in Aussicht gestellt, die Ruppiner Straße zur Sackgasse umzubauen, damit die Kinder gefahrlos zum Arkonaplatz kommen. Doch dann gab es einen Rückzieher. Die Polizei hatte damals einer Straßensperrung nicht zugestimmt. Daraufhin wurde die verkehrsberuhigte Zone eingerichtet. Das reicht den Eltern aber nicht.

Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ramona Pop, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus und direkt gewählte Abgeordnete in Mitte, hat ihr Bürgerbüro am Arkonaplatz. Sie unterstützt die Elterninitiative und wollte für das Pressefoto mal kurz die Farbrolle halten. „Ein Zebrastreifen wäre das mindeste, was her muss“, so Pop. DJ
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