Künstler retten ihre Ateliers
Verträge für das Künstlerhaus an der Mengerzeile unterzeichnet

Ilona Ottenbreit (links) in ihrem Atelier mit Eva Noack.
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Ilona Ottenbreit und Eva Noack vom Vorstand des Vereins Atelierhaus Mengerzeile ist die Erleichterung anzusehen. Vor Kurzem erhielten sie ihre Mietverträge für die Ateliers.

Und die gelten jetzt 23 Jahre lang. Bereits 2017 hatten die Künstler mit Hauseigentümer Christoph Höhne einen Vorvertrag geschlossen, daher die ungewöhnliche Laufzeit.

Für diese Zeit ist die Kaltmiete auf knapp sechs Euro je Quadratmeter gedeckelt, nur eine Art Inflationsausgleich wurde vereinbart. Mit den langfristigen Verträgen endet eine mehrjährige Zitterpartie, nachdem das Haus an der Grenze zu Neukölln 2013 verkauft worden war. Der Versuch der rund 40 Künstler, das Gebäude selbst zu kaufen, war an der Schwerfälligkeit der Banken gescheitert. Daraufhin hatten die Künstler sich mit dem neuen Eigentümer zusammengerauft. Mit einer Art Mischkalkulation, auf Teilen des Grundstücks entstand ein Neubau mit Wohnungen, hat der Eigner langfristige günstige Ateliermieten möglich gemacht. „Die zwei Jahre auf der Baustelle haben uns zusammengeschweißt. Jeder musste mehrmals im Haus umziehen, alle anderen waren dann immer zum Helfen verdonnert“, erinnert sich Eva Noack.

Jetzt haben 37 Künstler in der früheren Pianofabrik, in der bis zum Ende der DDR eine Außenstelle des VEB Deutsche Schallplatte untergebracht war, eine künstlerische Heimat. Nur eine Künstlerin wollte nicht auf einer Baustelle arbeiten und hat sich ein neues Atelier gesucht. „Den frei gewordenen Raum konnten wir sofort neu besetzen. Wenn wieder mal ein Atelier frei wird, wollen wir es für Gastaufenthalte von Künstlern reservieren“, erklärt Ilona Ottenbreit.

Nach Meinung des Kunstvereins Atelierhaus Mengerzeile könnte das letztendlich erfolgreiche Ringen um ihre Ateliers anderen als Maßstab dienen. Inzwischen gäbe es sogar Landesbürgschaften für Künstlerhäuser, mit denen ein Kauf leichter möglich wäre.

Verein und Atelierhaus gibt es seit 1993. Am 21. September soll die Wiedereröffnung nach zweijähriger Bauphase gefeiert werden. Dann gibt es an der Mengerzeile 1-3 einen Tag der offenen Tür und im Projektraum des Atelierhauses wird die erste Ausstellung gezeigt.
Infos: www.atelierhaus-mengerzeile.de
Hier ein kurzes Video vom Kampf um das Atelierhaus:

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