Zu viele Attraktionen?
Planer konkretisieren ihre Visionen für die bisherige Deponie Arkenberge

Blick über einen der Seen auf den höchsten Berg Berlins. Die Deponie wird renaturiert und soll Teil eines Naherholungsgebiets werden.
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  • Blick über einen der Seen auf den höchsten Berg Berlins. Die Deponie wird renaturiert und soll Teil eines Naherholungsgebiets werden.
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Vor drei Jahren wurden die ersten Ideen für die frühere Deponie Arkenberge den Pankower Verordneten erstmals vorgestellt. Dort könnte ein 80 Hektar großes Nacherholungsgebiet geschaffen werden. Diese Pläne verfolgt der bisherige Betreiber der Deponie, der Unternehmer Philipp Heim.

Inzwischen ist das frühere Grobkonzept weiterentwickelt worden. Und so gibt es bereits konkrete Ideen für das, was auf dem Deponiehügel und drumherum entstehen könnte. Dieses überarbeitete Konzept stellten die Planer Ralph und Bernd Hartmann nun erneut den Verordneten vor. Die stillgelegte Deponie gilt inzwischen als „höchster Berg Berlins“. Mit ihren 120,7 Metern ist sie höher als der Teufelsberg. Dieser „Berg“, die beiden Seen und die Flächen ringsherum ziehen bei schönem Wetter Hunderte Menschen an. Allerdings sehen manche das Gebiet als rechtsfreien Raum an – für wilde Partys, Motorradrennen und Lagerfeuerromantik.

Deshalb sind die meisten Verordneten froh, dass für dieses Gebiet ein Nutzungskonzept erstellt wird. In diesem sollten ökologische, soziale und ökonomische Aspekte verknüpft werden, sagt Ralph Hartmann. Um das zu erreichen, habe man inzwischen ein großes Netzwerk mit vielen Partnern, zum Beispiel auch mit der Beuth-Hochschule, aufgebaut.

Vorgesehen sind etwa 30 Attraktionen in den Bereichen Sport, Erholung und Bildung. Außerdem soll es auch Übernachtungsmöglichkeiten in Bungalows und fünf Gastronomiestandorte geben. Gerechnet wird neben Übernachtungsgästen mit durchschnittlich 1500 bis 2000 Tagesbesuchern. Insgesamt könnten 200 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Höhepunkt soll der Panoramablick auf Berlin sein – mit Gipfelhaus und Aussichtsterrasse. An einem der Seen soll ein Ensemble mit Gastronomie, Seebühne und Steganlage entstehen. Geplant sind weiterhin ein Strandbad Arkenberge sowie eine Beckenanlage und eine Schwimmhalle mit Wellenbad. Sportliche Betätigungsmöglichkeiten bietet zudem ein Hangsportzentrum. Das wird überdacht, und im Innern befindet sich dann eine Mattenskipiste für Ski- und Snowboardfahrer. Außerdem ist ein Umweltbildungszentrum für Schüler mit Projekthaus und Naturschutzstation geplant.

Um aber das Konzept umsetzen zu können, muss das Bezirksamt einen Bebauungsplan aufstellen. In der Diskussion mit den Verordneten wurde deutlich, dass es in etlichen Punkten auch noch Klärungsbedarf gibt, vor allem beim Thema Verkehr. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses der BVV, Wolfram Kempe (Die Linke), fragt zum Beispiel, wie die Touristen und Tagesbesucher künftig nach Arkenberge kommen sollen. Die Kapazität der dortigen Straßen reiche nicht aus. Fraglich sei auch, ob der von den Initiatoren erhoffte S-Bahnhof Arkenberge tatsächlich komme. SPD-Fraktionschef Roland Schröder kritisiert die hohe Zahl der geplanten Aktionen und Attraktionen. Ein Bebauungsplan könnte genau festschreiben, was machbar ist und was nicht.

Angedacht ist, einen vorhabenbezogener Bebauungsplan aufzustellen, informiert Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen). Und ehe dieser beschlossen werden kann, werden jedoch noch mindestens fünf Jahre ins Land gehen.

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