"Ein Stück unvollendete Einheit": Bundestagsabgeordneter setzt sich für Öffnung der Späthstraßenbrücke ein

Sackgasse: An der Brücke endet die Späthstraße.
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Britz. Der Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu (SPD) setzt sich dafür ein, dass die alte Späthstraßenbrücke über den Teltowkanal für Fußgänger und Radfahrer geöffnet wird. In seinen Augen wäre das keine große Schwierigkeit. Doch es tut sich nichts.

Früher war sie die einzige Verbindung zwischen Britz und dem Baumschulenweg, ein Nadelöhr. Wegen des Baus der Stadtautobahn musste dann zwingend eine größere Brücke und eine Anbindung an die A 113 her – die „Neue Späthstraße“ und die „Neue Späthbrücke“, rund 700 Meter nördlich des alten Bauwerks, wurden im Dezember 2002 für den Verkehr freigegeben. Die historische Brücke ist seitdem funktionslos, die alte Späthstraße zur Sackgasse geworden.

„Ursprünglich sollte die Brücke abgerissen werden, doch das war nicht möglich, denn sie steht unter Denkmalschutz“, erklärt Felgentreu. Er möchte sie wieder öffnen, damit jedermann von dort aus über den Kanal zum Mauerweg gelangen kann, wo sich täglich viele Spaziergänger, Skater und Radler tummeln.

Das Bauwerk ist jedoch Eigentum des Bundes, genauer des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA). Das hat aber in der Vergangenheit kein Interesse an einer Öffnung gezeigt. Doch vor zweieinhalb Jahren hatte Fritz Felgentreu sowohl Mitarbeiter des WSA als auch den damaligen Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) zu einem Vororttermin bewegen können.

Weil auch das Land Berlin die Brücke nicht in seinen Besitz übernehmen wolle – das wäre mit Kosten verbunden – besprach man Folgendes: Der Senat und das WSA schließen einen „Gestattungsvertrag“ ab, das heißt, das WSA erlaubt dem Land die Nutzung. Der Aufwand wäre nicht sehr groß, so Felgentreu. Die Brücke könne als Grünfläche ausgewiesen und ein „Betreten auf eigene Gefahr“-Schild aufgestellt werden. So wären Senat und Bezirk von einer Verkehrssicherheitspflicht befreit, beispielsweise müsste im Winter nicht gestreut werden.

Doch seit dem Vororttermin herrscht Schweigen. Ein Gespräch zwischen Senat und dem WSA, das Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) untersteht, hat seitdem nicht stattgefunden. „Ich habe mehrmals nachgefragt. Am Senat liegt es nicht“, ist Felgentreu überzeugt. Er kann nicht verstehen, warum seit zweieinhalb Jahren nichts passiert. „Die Späthstraßenbrücke ist ein Stück unvollendete Einheit der Stadt“, sagt er.

Tatsächlich ist die Späthstraßenbrücke etwas ganz Besonderes. Im Jahr 1906 wurde das knapp 49 Meter lange Stahl-Fachwerk-Konstrukt eröffnet. Es ist die einzige Teltowkanal-Brücke, die die deutsche Wehrmacht 1945 nicht sprengte. Nach dem Mauerbau wurde die Fahrbahnplatte demontiert und 1992 wieder instandgesetzt. sus

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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