Frischzellenkur für das Wasserwerk
Dacherneuerung für Museumsbauten kostet 1,5 Millionen Euro

Die historischen Maschinenhäuser des alten Wasserwerks Friedrichshagen stehen unter Denkmalschutz.
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  • Die historischen Maschinenhäuser des alten Wasserwerks Friedrichshagen stehen unter Denkmalschutz.
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Seit 1893 stehen zwischen Müggelseedamm und Fürstenwalder Damm zahlreiche Bauten in märkischer Backsteinarchitektur. In jenem Jahr nahm das Wasserwerk Müggelsee den Betrieb auf.

Obwohl seit Jahrzehnten Berlins Trinkwasser aus modernen Anlagen gleich nebenan kommt, werden die über 100 Jahre alten Bauten erhalten. Die gesamte Anlage steht mit der technischen Ausstattung unter Denkmalschutz. In einem der Maschinenhäuser wurde bereits zu DDR-Zeiten das Museum im Wasserwerk eingerichtet, weitere Schöpfmaschinenhäuser können mitsamt Dampf- und Elektropumpen bei offiziellen Führungen besichtigt werden.

In der Landesdenkmalliste wird die gesamte historische Anlage als Denkmalbereich geführt. In einer Aufstellung des Landesdenkmalamts sind über 40 Positionen aufgeführt. Von betrieblich nicht genutzten Fördermaschinenhäusern über vermietete Wohnungen bis zu anerkannten und besonders geschützten Fledermausquartieren in 34 Sandfiltergebäuden und alten Reinwasserbehältern.

Ein Problem ist der bauliche Erhalt der Denkmalanlage. Eigentümer sind die Berliner Wasserbetriebe. Die dürfen Einnahmen aus dem Wasserverkauf aber nicht für den Unterhalt von nicht betriebsnotwendigen Anlagen verwenden, und das betrifft das gesamte historische Wasserwerk. Trotzdem wurden in den letzten Jahren jeweils bis zu 500 000 Euro für Sanierungsarbeiten ausgegeben.

Und es wird noch teurer. Die jetzt anlaufende Erneuerung der Dächer der Schöpfmaschinenhäuser A und B – hier befindet sich das Museum – ist mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Für einen Teil der Arbeiten gab es in der Vergangenheit Zuschüsse vom Landesdenkmalamt. „Die Gebäude des Altwerks Friedrichshagen sind für die Trinkwasserversorgung nicht mehr betriebsnotwendig. Aufwendungen für den Erhalt sind nicht im Trinkwassertarif kalkulierbar und reduzieren die Gewinnabführung der Wasserbetriebe an den Senat“, schrieb bereits 2017 der damalige Wirtschaftsstaatssekretär Henner Bunde auf eine entsprechende Antwort des FDP-Abgeordneten Stefan Förster. Der Politiker, der dem Denkmalbeirat des Bezirks vorsteht, sieht ohnehin Berlin in der Pflicht. „Der Erhalt des ersten modernen Berliner Wasserwerks ist doch eine gesamtstädtische Aufgabe. Hier sollte das Land Berlin für eine auskömmliche Finanzierung sorgen und versuchen, Denkmalmittel von Bund und Europäischer Union einzuwerben“, so Förster.

Führungen durch das alte oder neue Wasserwerk sind für Gruppen nach Anmeldung möglich, Telefon 86 44 63 93 oder fuehrungen@bwb.de.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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