Bauvorbereitung am Hochmeisterplatz und am Bahnhof Halensee läuft

Zügige Einebnung: Das 30er-Jahre-Postgebäude am Hochmeisterplatz verschwindet aus dem Stadtbild.
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Halensee. Planierte Gartenlauben an der Seesener Straße und ein zu Schutt gehauenes Postgebäude: Noch vor dem Jahreswechsel deuten Bauherren an, was 2016 in Sachen Wohnungsbau auf den westlichen Ku'damm-Kiez zukommt. Aber waren die Abrissarbeiten kurz vor Weihnachten wirklich nötig?

Als Dieselmotoren röhrten und die Baumaschinen mit ihrem zerstörerischen Werk begannen, war auch den unwissenden Nachbarn klar: Halensee verändert sich. Noch vor Weihnachten bissen Greifer ins Mauerwerk des alten Postgebäudes am Hochmeisterplatz, Raupen ebneten den Boden ein, auf dem Kleingärtner an der Seesener Straße 2015 ihren letzten Sommer genossen.

Wohnungen im großen Stil

In beiden Fällen werden im größeren Stil neue Wohnungen entstehen. Und in beiden Fällen gab es Kritik daran, dass man die Bestandsbauten nicht länger stehen ließ. Was also steckte hinter den Abrissen, wenn nicht der psychologische Effekt der Aufbruchsstimmung?

„Weihnachtsfrevel“ nannte Heinz Murken von der Bürgerinitiative Henriettenplatz das Plätten der Lauben auf einem Grundstück der Seesener Straße, von dem Anwohner immer noch nicht offiziell wissen, was dort geschieht. „Es liegen weder Bauantrag noch eine Baugenehmigung vor", wunderte sich Murken über die frühzeitige Einebnung. Bis hier das eigentliche Projekt startet, dürften noch Monate vergehen. Keine Handhabe zum Einschreiten gegen die eilige Kleingartenzerstörung sah Baustadtrat Marc Schulte (SPD), zumal hier vom Investor auch die üblichen Entschädigungszahlungen geleistet wurden

Kein Denkmalschutz, also Abriss

Anders gelagert sind die Verhältnisse im Fall Hochmeisterplatz. Hier tritt als Kritiker des Posthaus-Abrisses die Fraktion der Grünen auf. Aber auch hier lautet der Verdacht: Der Investor schafft Tatsachen. Da laut Stadtrat Schulte für das 30er-Jahre-Gebäude kein Denkmalschutz bestand, sah er ebenfalls keine Chance, die Aktion zu versagen – obwohl offenbar kein Antrag für den Nachfolgerbau vorliegt.

„Berlin wird um ein Dokument charakteristischer Großstadtarchitektur der Neuen Sachlichkeit ärmer“, beklagt Grünen-Bauexperte Volker Heise die Entscheidung. Aus seiner Sicht wäre hier ein Denkmalschutz durchaus angebracht gewesen.

Immerhin sind die Pläne für das Hochmeisterplatz-Grundstück seit Längerem bekannt. Noch in diesem Jahr beginnt der Entwickler Bauwert nach eigenen Angaben mit der Errichtung eines „anspruchsvollen Neubaus“, der 100 Eigentumswohnungen mit Blick ins Grüne bieten soll. Da das Auge nun nicht mehr am Posthaus hängen bleibt, wirkt die üppige Wiese zwischen Cicero- und Paulsborner Straße bis dahin noch ein wenig größer. tsc

Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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