Weiter Ärger um Rumänen-Camp: Obdachlose nahmen Brache erneut in Beschlag

Trügerisches Bild: Auf der Brache jenseits des verriegelten Zauns kampieren weiterhin Obdachlose in Zelten – sie nutzen ein Schlupfloch.
  • Trügerisches Bild: Auf der Brache jenseits des verriegelten Zauns kampieren weiterhin Obdachlose in Zelten – sie nutzen ein Schlupfloch.
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Halensee. Kaum war die erste Gruppe von rumänischen Wanderarbeitern abgereist, breitete sich an der Heilbronner Straße eine zweite aus. Jetzt fordern Anwohner und Politiker die endgültige Schließung des Camps.

Ein dickes Schloss am Zaun lässt vermuten: kein Einlass in diese Brache. Dass direkt neben dem Nahversorgungszentrum an der Heilbronner Straße jetzt sogar Überwachskameras ins Unkraut linsen, wirkt angesichts des immer noch vorhandenen Obdachlosencamps paradox. Hier hatte zunächst eine Gruppe von 30 rumänischen Wanderarbeitern in selbst gebauten Behausungen überwintert – offenbar mit Duldung des Eigentümers, der auf dem leeren Grundstück zukünftig ein Waisenheim für Flüchtlingskinder errichten will.

Bezirk bezahlte Heimfahrt

Dass die erste Gruppe der obdachlosen Rumänen im Spätfrühling wieder abzog, liegt auch daran, dass ihnen das Bezirksamt die Heimfahrt bezahlte. So haben es nun Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) und Baustadtrat Marc Schulte (SPD) in der Bezirksverordnetenversammlung bestätigt. Zugleich merkte Schulte an, dass nun aber eine zweite Gruppe über 20 Zelte auf der gleichen Brache aufgeschlagen hat. „Der Müllberg ist groß und der Gestank fast unerträglich“, kritisierte er den Eigentümer. „Der Punkt, wo Gefahr im Verzug ist, wurde erreicht.“

Dass der Investor auf Drängen des Bezirksamts die Brache mit Zäunen verriegelt hat, hält niemand vom Betreten derselben ab – sie nutzen ein Schlupfloch, das bis Redaktionsschluss immer noch offen war. Ob das Bezirksamt erfolgreich auf eine Schließung des Camps auf privatem Boden drängen kann, zeigt sich in den nächsten Tagen.

Fest steht: Das Grundstück beschäftigt inzwischen nicht nur kritische Anwohner und Politiker, sondern auch Schädlingsbekämpfer. Denn wenn man die roten Warnschilder an den Zäunen zugrunde legt, fühlen sich auch Ratten hier wie zuhause. tsc

Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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