Patenschaft für Geflüchtete: Hilfe und Gedankenaustausch beim Willkommenscafé

María, Heidemarie, Jolanta, Batoul, Sabrina, Susana Cano (von links) gehören zu den Frauen, die sich regelmäßig in dem Patenschaftsprojekt treffen.
  • María, Heidemarie, Jolanta, Batoul, Sabrina, Susana Cano (von links) gehören zu den Frauen, die sich regelmäßig in dem Patenschaftsprojekt treffen.
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Beim IN VIA Patenschaftsprojekt „Wegbegleiter“ in der Gundelfinger Straße 11 treffen sich Frauen und ihre Kinder - Geflüchtete und Nichtgeflüchtete - zwei Mal in der Woche im Willkommenscafé.

Die Flüchtlingsfrauen stammen vorwiegend aus Syrien und Afghanistan. Begleitet werden sie von Frauen aus Karlshorst, aber auch aus anderen Stadtteilen. Aus den zaghaften Anfängen haben sich inzwischen richtige Freundschaften zwischen den Familien entwickelt. „Das Projekt begann vor drei Jahren, als in der Köpenicker Allee die Notunterkunft für Geflüchtete eingerichtet wurde“, sagt die Projektleiterin Susana Cano. Frauen aus der Nachbarschaft trafen sich dort zum Begrüßungscafé. Daraus ist inzwischen eine Institution geworden. „Wir bekommen Unterstützung vom Jugendamt und der Senatsverwaltung“, erzählt Susana Cano.

Eine der Patinnen ist die Karlshorsterin Sabrina. Sie hat sich mit einer Geflüchteten aus Syrien angefreundet. „Anfangs habe ich in der Flüchtlingsunterkunft mitgeholfen“, berichtet sie. Dort lernte sie die junge Batoul und ihre beiden Kinder aus Damaskus kennen und unterstützte sie bei der Suche nach einem Kita-Platz. „Ich habe mit der Kita meiner Kinder gesprochen und so konnten wir einen Platz finden“, erzählt Sabrina. Batoul besucht einen Sprachkurs und will danach eine Arbeit finden. „Berlin gefällt mir sehr. Ich habe hier viele Freunde getroffen, die mir geholfen haben“, sagt sie.

Auch Heidemarie aus Karlshorst hat sich mit einer syrischen Familie angefreundet. „Ich kenne die arabischen Länder und war dort oft zu Gast. Nun wollen wir Familien aus Syrien die Sehenswürdigkeiten rund um Berlin zeigen.“ Sie hat mit Linda und ihrer Tochter bei sich zu Hause gekocht und andere Familien auf ihren Wegen zu Behörden begleitet. „Sie sollen sich in Lichtenberg wohlfühlen“, erklärt Heidemarie.

Das treibt auch Jolanta an, die in Neukölln wohnt und regelmäßig zu den Treffen nach Karlshorst kommt. Sie stammt aus Polen und will die Erfahrungen, die sie selbst gemacht hat, mit anderen teilen. „Ich suchte eine ehrenamtliche Arbeit und bin dabei auf dieses Projekt in Karlshost gestoßen", so Jolanta. Auch sie hat sich mit einer Familie angefreundet. „Es gibt kleine Erfolge, ein Kitaplatz konnte gefunden werden, die Familie hat inzwischen eine bessere Unterkunft.“ Zwei Jahre lang lebte sie mit sechs Personen in einem Zimmer – ohne Dusche.

„Für uns sind die Verbindungen zu deutschen Familien sehr wichtig“, fasst Batoul die Gedanken der geflüchteten Frauen zusammen. Sie möchten die neue Kultur kennenlernen und ohne Angst vor Krieg und Verfolgung friedlich leben können. Für ihre Kinder wünschen sie sich eine bessere Zukunft.

Ehrenamtliche Helfer sind beim Patenschaftsprojekt „Wegbegleiter“ bei IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit in der Gundelfinger Straße 11 stets willkommen. „Wir suchen immer nach engagierten Menschen, die eine Patenschaft übernehmen möchten“, sagt Projektleiterin Susana Cano.

Weitere Infos auf http://asurl.de/13u2
Autor:

Klaus Teßmann aus Prenzlauer Berg

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