Gemeindepark Lankwitz
Initiative erreicht erneut einen Baustopp für den Fernradweg

Bei genauem Hinschauen kann die Sandbiene am Eingang ihres Erdnestes entdeckt werden. Die Wiese sollte asphaltiert werden.
  • Bei genauem Hinschauen kann die Sandbiene am Eingang ihres Erdnestes entdeckt werden. Die Wiese sollte asphaltiert werden.
  • Foto: Bramke
  • hochgeladen von Karla Rabe

Die Bauarbeiten für die Trassenführung des Fernradweg durch den Gemeindepark Lankwitz sind gestoppt. Grund dafür ist ein Wildbienenvorkommen an genau der Stelle, die für den Radweg asphaltiert werden müsste.

Sie haben gekämpft und alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass die Trassenführung geändert wird: Kathrin und Nicolas Bramke setzen sich mit ihrer Initiative Your little Planet für den Schutz von Wildbienen ein. Vor Kurzem nun bestätigte sich, was die beiden schon immer vermuteten: auf der Wiese nisten Wildbienen. Sie schlugen Alarm, denn der Beginn der Bauarbeiten für den Fernradweg durch den Gemeindepark stand kurz bevor. Nach einer Prüfung durch die Untere Naturschutzbehörde Anfang des Jahres wurden keine Wildbienen festgestellt. Das war auch nicht anders zu erwarten, denn die Bienen sind im Frühjahr und Sommer aktiv. Die Untersuchung fand außerhalb dieser Zeit statt.

Jetzt ist das Wildbienenvorkommen nicht mehr zu leugnen. Über 50 kleine Sandhügelchen überall auf der Wiese sind ein sicherer Beweis. Daher wurde nun auch die Obere Naturschutzbehörde eingeschaltet, die jetzt ein eigenes Gutachten erstellt. „Das dauert. In diesem Jahr geht es mit dem Bau nicht weiter“, sagt Norbert Buchta, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bezirk. Seine Fraktion sieht einen Radweg entlang der Mühlenstraße und Gallwitzallee – also um die Wiese herum – als einzig richtige Lösung. So war es ursprünglich auch geplant. Es gäbe keinen triftigen Grund, den Radweg über die Wiese zu legen. Für Buchta ist das Ganze eine „Posse, die beendet werden muss.“

„Wir begrüßen jede Entscheidung die dem Erhalt von Stadtnatur dienlich ist“, sagen Nicolas und Kathrin Bramke. Doch zufrieden sind die beiden nicht, denn eine endgültige Entscheidung für die ursprünglich geplante Trasse entlang der Mühlenstraße und Gallwitzallee wurde nicht getroffen, lediglich auf später verschoben. „Die geschützten Arten werden hier nicht verschwinden“, sind sich die beiden sicher. Daher haben sie das Thema in den Petitionsausschuss Berlin eingereicht.

„Wir werden keine übereilten Entscheidungen treffen, die die Bienen gefährden könnten“, sagt Umweltstadträtin Maren Schellenberg (Grüne). Jetzt würde zunächst die Sanierung des Zweirichtungsradweges entlang der Gallwitzallee außerhalb des Parks erfolgen.

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