Modelabel RAFFAUF am Ostpreußendamm setzt auf Nachhaltigkeit
Öko-Mode aus alten Kleidern und Plastikflaschen

Designerin Caroline Raffauf fertigt Jacken aus recycelter Wolle oder auch aus Plastikflaschen.
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  • Designerin Caroline Raffauf fertigt Jacken aus recycelter Wolle oder auch aus Plastikflaschen.
  • Foto: K. Rabe
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Nachhaltigkeit ist ein Markenzeichen von Designerin Caroline Raffauf. Dass die Kreationen ihres Modelabels RAFFAUF aus recycelten Materialien gefertig sind, sieht man den Kleidungsstücken jedoch nicht an. 

In ihrem Showroom im Ostpreußendamm stellt die Modedesignerin derzeit die Winterkollektion aus. Mäntel und Jacken mit klaren Linien, zeitloser Schnittführung und individuellen Details zeichnen den markanten Stil aus, den Rauffauf kreiert. Doch da ist noch mehr: Nicht nur der Stoff, sondern alles an den Kleidungsstücken ist aus recyceltem Material gefertigt – vom Druckknopf bis zum Reißverschluss.

Echt nachhaltig: Markenzeichen des Labels RAFFAUF sind recycelte Materialien. Die Jacke war mal eine Plastikflasche.
  • Echt nachhaltig: Markenzeichen des Labels RAFFAUF sind recycelte Materialien. Die Jacke war mal eine Plastikflasche.
  • Foto: K. Rabe
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„Der Umweltgedanke spielte schon immer eine große Rolle für mich“, sagt Caroline Raffauf, die ihre Marke Ende der 1980er-Jahre entwickelte, als sie noch Mode in Rom, Paris und Nizza studierte. Nach ihrem Abschluss in Paris begann sie als Modedesignerin in Köln. 1989 präsentierte sie ihre erste Kollektion – Bio, selbstverständlich. „Ich verwendete Naturfasern wie Bio-Baumwolle und Bio-Leinen nicht um auf der Bio-Welle Anfang der 90er mit zu schwimmen, sondern aus Überzeugung“, sagt sie.

Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit

Damit war sie Vorreiter in der Branche. Vor drei Jahrzehnten fanden Themen wie Klimawandel, Zero Waste und Slow Fashion in der Modewelt noch keine Beachtung. Weder in Rom noch in Paris machte man sich Gedanken über die verwendeten Materialien und deren Einfluss auf die Umwelt. Das wollte Caroline Raffauf ändern. Sie erinnert sich noch heute an einen Schlüsselmoment. Als sie das erste mal eine frisch gelieferte herkömmliche Stoffrolle auspackte, nahm ihr der giftige Gestank die Luft zum Atmen. „Ich wusste sofort, dass ich diesen Stoff weder der Umwelt noch den Menschen zumuten wollte, die meine Kleidung auf ihrer Haut tragen“, sagt sie. Seither sind ihre Kollektionen immer nachhaltig. Das heißt, dass sie vorwiegend Naturfaser oder recycelte Stoffe verwendet. Recycelt werden die Stoffe aus PET-Flaschen oder wiederverwertbarer Wolle. So findet man an Jacken und Mänteln nicht selten den Hinweis: Ich war mal eine Plastikflasche. Inzwischen gehört auch wasserabweisende Outdoor-Bekleidung zur Kollektion, die aus 100 Prozent Leinen mit einer Imprägnierung aus recycelten Getreideabfällen oder Bienenwachs hergestellt wird.

Nachhaltigkeit bis ins kleinste Detail: auch Knöpfe und Bänder sind aus Recyclematerial.
  • Nachhaltigkeit bis ins kleinste Detail: auch Knöpfe und Bänder sind aus Recyclematerial.
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„Wir achten auch darauf, wo die Rohware herkommt, unter welchen Bedingungen produziert wird und dass die Lieferwege kurz sind“, erklärt Raffauf. Die Produktion erfolge größtenteils innerhalb Europas und erfordere vom Materialanbau bis zur Auslieferung der fertigen Jacke nur kurze Transportwege. „So reisen unsere Modelle aus recycelten PET-Flaschen vom Einsammeln der Flaschen in Norditalien mit Zwischenstop in unserer Näherei in Polen gerade einmal 1300 Kilometer. Das verringert den ökologischen Fußabdruck um Einiges.“

Wolle als Kreislaufprodukt

Bei allem Engagement ist das Label noch nicht zu 100 Prozent nachhaltig. Doch mit jeder Kollektion nähert sich Raffauf diesem Ziel ein Stückchen an. Für die aktuelle Winterkollektion ist es beispielsweise gelungen, Wolle kreislauffähig zu machen. Die Marke hat den Materialklassiker neu interpretiert, die Naturfaser neu gedacht und Wintermäntel und -jacken aus recycelter Wolle entwickelt. Das Material basiert auf einem Abfallprodukt der Modeindustrie: Altkleidung. Große Mengen alter Wollkleidung werden gesammelt und farblich sortiert. Dann wird es gewaschen und in winzige Fasern zertrennt. Daraus wird ein vollkommen neuer Stoff gewebt.

Caroline Raffauf ist das Gesicht der Marke RAFFAUF. Sie setzt auf nachhaltige Mode.
  • Caroline Raffauf ist das Gesicht der Marke RAFFAUF. Sie setzt auf nachhaltige Mode.
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Die einzelnen Schritte scheinen einfach zu sein. Tatsächlich ist die Produktion aber eine Herausforderung. „Es gibt nicht genug getragene Kleidung, die zu 100 Prozent aus Wolle besteht, um daraus eine reine Recyclingwolle herzustellen“, erklärt die Designerin. Häufig wird Wolle mit Kunstfasern gemischt. Im Recyclingprozess können die Materialien nicht voneinander getrennt werden. Stattdessen wird der bestehende Materialmix vollständig wiederverwertet. „Wir sind stolz auf die Kreislauffähigkeit unseres neuen Materials“, erklärt Rauffauf. „Der Stoff ist nicht nur recycelt, er kann auch wieder und wieder recycelt werden.“

Die Marke RAFFAUF ist im Einzelhandel erhältlich, nach Vereinbarung kann die Kollektion auch im Showroom im Ostpreußendamm 170A angeschaut werden. Online gibt es die Modelle unter www.raffauf.de.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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