Einheitsdenkmal soll erhalten bleiben

Der Holzbildhauer Wolfgang Stübner im Gespräch mit Bürgern am Japanischen Tor.
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Neu-Hohenschönhausen. Das Japanische Tor mit seinem Kirschbaumgarten ist der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 gewidmet. Doch es verfällt zusehends. Bürger setzen sich dafür ein, dass das Tor und der Baumgarten erhalten bleiben.

"Die Entstehung des Kirschgartens war ein besonderes Ereignis", erinnert sich Wolfgang Stübner. Der Holzbildhauer hatte im Auftrag der japanischen Botschaft 1995 das Japanische Tor geschaffen, das mitten in einen Garten aus Kirschbäumen gesetzt wurde.

Für die Japaner haben Japanische Kirschbäume eine besondere Bedeutung. Die deutsche Wiedervereinigung wollte Japan würdigen und so schenkte die japanische Botschaft als Zeichen der Verbundenheit rund 9000 dieser Zierbäume den Ländern Berlin und Brandenburg – aus Spenden japanischer Bürger.

Davon berichtet auch die gußeiserne Tafel, die am Japanischen Tor angebracht ist. Vielen Anwohnern ist der Kirschbaumgarten und das Tor ans Herz gewachsen. Die Anlage bildet auch den Eingang in die Wartenberger Feldmark.

Doch bald, so befürchten vielen Anwohner, könnte das Japanische Tor Geschichte sein. Denn die Eichenbalken verwittern zusehends. "Anfangs wurde das Holz noch mit Wachs und Öl gepflegt", weiß der Holzbildhauer Stübner. Heute wird die Sitzbank von einer metallenen Manschette gehalten.

Doch innen ist die Bank morsch – und wird wohl nicht mehr lange nutzbar sein. "Zwei Jahre hält das Tor noch stand", sagt Stübner. Doch dann wäre eine Erneuerung der Tor-Bänke fällig. Auf bis zu 15 000 Euro schätzt Stübner die Arbeiten.

Keine klein-klein-Lösung

Auch Anwohner mahnen zum Handeln: "Der Bezirk muss Geld in den Erhalt des Tores stecken", sagt Elke Schuster von der Anwohnerinitiative zur Rettung des Tores. "Ausschlaggebend wird die Höhe der Kosten sein", weiß der Bezirksverordnete Henning Fahrenberg (SPD), der Mitglied im Ausschuss für Ökologische Stadtentwicklung ist. Er verweist hier auf die Chance, Geld aus dem Bürgerhaushalt zu bekommen. Weil die finanziellen Mittel aus dem Bürgerhaushalt aber erfahrungsgemäß für solche Vorhaben kaum ausreichen, lehnt Schuster eine "klein-klein-Lösung" ab. Bessere Chancen auf Finanzierung könnte das Anliegen der Bürger über die Entwicklung des Landschaftsparks Wartenberg zum Landschaftsschutzgebiet haben. Der Stadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU) informierte kürzlich, hierfür stünden vier Millionen Euro zur Verfügung.

Viele Anwohner haben seit Kurzem auch Angst um den Kirschgarten mit seinen 70 Bäumen: Auf dem Nebengrundstück baut die Howoge ein Wohnhaus, dort stehen sechs Kirschbäume. Vier von ihnen mussten umgepflanzt werden. Angesichts der Bedeutung des Kirschgartens für die Bewohner habe die Howoge "auf die Fällung verzichtet". KW

Der Holzbildhauer Wolfgang Stübner im Gespräch mit Bürgern am Japanischen Tor.
Das Japanische Tor am Kirschgarten ist ein Denkmal für die Einheit. Foto: Wrobel
Autor:

Karolina Wrobel aus Lichtenberg

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