Biberattacken am Ufer der Spree
Streng geschützte Nagetiere fällen zahlreiche Bäume

Einen Teil des Baums haben die Biber mit den Nagezähnen gefällt. Im Hintergrund das Funkhaus an der Nalepastraße.
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  • Einen Teil des Baums haben die Biber mit den Nagezähnen gefällt. Im Hintergrund das Funkhaus an der Nalepastraße.
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Der Plänterwald ist inzwischen "Biberland". Von der Spreeinsel Bullenbruch aus macht eine Biberfamilie das Spreeufer unsicher.

Wer durch den Plänterwald spaziert, kann die Spuren der zweitgrößten Nagetiere, die es auf der Erde gibt, nicht übersehen: angenagte oder gefällte Bäume, vor allem direkt am Uferstreifen und in nahen Teilen des Waldgebiets. „Seit drei Jahren lebt in diesem Bereich eine Biberfamilie mit mehreren Jungtieren. Sie sind auf den Spreeinseln bis zu Kratzbruch und Liebesinsel vor der Südspitze von Stralau und in den letzten Wochen auch am Ufer im Umfeld des Eierhäuschens aktiv“, erklärt Derk Ehlert, Wildtierexperte und Mitarbeiter der Pressestelle der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Nach seinen Angaben gibt es über 100 Biberfamilien in Berlin. Das Vertreiben der Tiere bringe nichts und ein Abschuss ist nicht zulässig, da die Nager unter strengem Schutz stehen. Weil Biber auch Deiche und Dämme beim Bau ihrer Burgen aushöhlen, gibt es unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern Bemühungen, den strengen Schutz der Tiere aufzuweichen. Dort gefährden die Tiere inzwischen den effektiven Hochwasserschutz.

Im Plänterwald behilft man sich inzwischen mit Schutzmanschetten, die das Nagen verhindern sollen. „Der Fachbereich Naturschutz hat bereits im vergangenen Jahr Bäume markiert, die vor den Bibern geschützt werden sollen. Dort wurden inzwischen entsprechende Gitter montiert“, erklärt Ingrid Lehmann, die Leiterin des Straßen- und Grünflächenamts.

Nach Aussage des Wildtierexperten Ehlert konnte man schon in den vergangenen Jahren Spuren der Biber am Spreeufer finden. „Derzeit ist es durch fehlende Vegetation natürlich besonders gut zu sehen. Außerdem bilden die gerade hergerichteten Steinschüttungen, mit denen Schäden an der betonierten Uferkante ausgebessert wurden, ideale Ausstiegsstellen für die Tiere“, erklärt er.

Das Revier einer Biberfamilie umfasst laut Wikipedia ein bis drei Flusskilometer. Der Europäische Biber wird bis zu einem Meter (ohne Schwanzkelle) lang und erreicht ein Gewicht von 20 bis 30 Kilogramm. Die Tiere werden zehn bis 17 Jahre alt.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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