Kaskelkiez unter Wasser
Unwetter hinterließ massive Spuren in der Viktoriastadt

Kellerinventar, durch die Fluten unbrauchbar geworden, stapelte sich noch Tage nach den Unwettern in der Pfarrstraße.
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  • Kellerinventar, durch die Fluten unbrauchbar geworden, stapelte sich noch Tage nach den Unwettern in der Pfarrstraße.
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Der Lichtenberger Kaskelkiez zählte zu den am stärksten von den Unwettern Mitte Juni betroffenen Gebieten in ganz Berlin. Vor allem der Starkregen setzte Straßen, Gebäuden und geparkten Autos zu. Das Bezirksamt richtete eine Notfallhotline ein.

Als sich in der Nacht vom 11. zum 12. Juni mehrere Gewitter über der Stadt entluden, waren die Anwohner der Pfarr- und der Kaskelstraße in Not. Dort, in der Viktoriastadt, hinterließen Sturmtief Jörns Regenmassen besonders schlimme Folgen: Bis zu 1,20 Meter hoch stand das Wasser in den Straßen, die Fluten spülten PKW von ihren Parkplätzen, Keller und Souterrains liefen voll, und sogar der Strom fiel aus. Anschließend klafften auf den Gehwegen tiefe Löcher mit bis zu 2,50 Metern Durchmesser. Mancherorts waren die unterirdischen Rohre zu sehen.

So schlimm wie nirgends sonst

Es grenze fast an ein Wunder, dass keine Menschen zu Schaden gekommen seien, sagte Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke am Morgen danach. Er arbeitete am nächsten Tag mit vielen Kolleginnen und Kollegen, unterstützt von der Polizei, bis in die späten Abendstunden im Kaskelkiez. Die Lage nahe dem Nöldnerplatz sei während des Unwetters so schlimm gewesen, wie sonst nirgends in der Stadt, so der Sprecher.

Die Folgen waren noch Tage später sichtbar: Schlamm und muffiger Geruch in den Fluren und Anwohner, die ihre Autos, Keller oder durchnässtes Mobiliar trocknen mussten. Auf den Gehwegen in der Pfarrstraße stapelten sich unbrauchbar gewordene Gebrauchsgegenstände. Das Bezirksamt erreichten Hilferufe, worauf Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) am 14. Juni mit dem bezirklichen Katastrophenschutzbeauftragten Robert Zückmantel den betroffenen Kiez besuchte.

Kostenlose Sperrmüllabfuhr

„Wir haben eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten gegründet und seitens der Verwaltung Verantwortliche benannt, die sich um die Betroffenen kümmern“, berichtete er im Anschluss und erläuterte erste Maßnahmen: So habe die Berliner Stadtreinigung zugesagt, kostenlos den Sperrmüll abzutransportieren.

Für die Kita Sonnenbogen, die unter Wasser stand, wurden Ersatzräume gesucht. Auch ansässige und von den Folgen des Unwetters betroffene Unternehmen bekamen Hilfe bei der Suche nach Ausweichquartieren. Die Anwohner hatten zudem Nachbarschaftshilfe organisiert und unterstützten sich gegenseitig beim Aus- und Aufräumen.

Hilfesuchende können sich an den Katastrophenschutzbeauftragten Robert Zückmantel wenden, und zwar unter ¿01514 390 04 31 oder per E-Mail an katastrophenschutz@lichtenberg.berlin.de.

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