Starker Einsatz für gesunde Kinderzähne
Zahnärztlicher Dienst des Bezirks untersucht pro Jahr rund 21 000 Kinder und Jugendliche

Demonstration am Riesengebiss.
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  • Demonstration am Riesengebiss.
  • Foto: Ralf Drescher
  • hochgeladen von Silvia Möller

Für den Fotografen greift Silke Riemer zur großen Zahnbürste und einem überdimensionierten Gebiss. Mit diesen Requisiten vermitteln die promovierte Zahnmedizinerin und ihre Kollegen jedes Jahr rund 21 000 Kindern und Jugendlichen im Bezirk Tipps für die richtige Zahnpflege.

Anfang Juni wurden im Köpenicker Rathaus zum ersten Mal 32 Kindertagesstätten aus dem Bezirk als „Kita mit Biss“ ausgezeichnet. Hinter der vor 15 Jahren vom zahnärztlichen Dienst in Frankfurt (Oder) ins Leben gerufenen Aktion stehen das Putzen der Zähne von Kitakindern mit fluorhaltiger Zahnpasta, das Anbieten von kauintensiven Obst-Gemüse-Mahlzeiten und das schnelle Abgewöhnen vom Nuckel.

Jedes Jahr untersuchen zwei Ärztinnen und ihre drei medizinischen Fachangestellten rund 21 000 Kinder und Jugendliche. Im vorigen Schuljahr waren das 7850 Kitakinder, 11 750 Grundschüler und 1800 Jugendliche an weiterführenden Schulen. Eine Grundlage für die Untersuchungen durch Mitarbeiter des Zahnärztlichen Dienstes, der zum Gesundheitsamt des Bezirks Treptow-Köpenick gehört, ist Paragraf 52 des Schulgesetzes. Darin ist die jährliche zahnärztliche Untersuchung von Grundschülern als obligatorische Schulveranstaltung festgelegt.

Für die Untersuchungen kommen die Kinder in die Räume des Zahnärztlichen Dienstes nach Adlershof. Hier gibt es ein Untersuchungszimmer, eine Zahnputzzeile und einen Schwarzlichtraum, in dem mittels Anfärbung Zahnbeläge sichtbar werden. Die offiziellen Zahlen zeigen, dass es um die Zähne der jungen Treptow-Köpenicker gar nicht so schlecht bestellt ist. „Im Schuljahr 2015/2016 hatten 82,4 Prozent der Zwölfjährigen gesunde bleibende Zähne, nur 17,6 Prozent waren an Karies erkrankt. Damit nimmt unser Bezirk in Berlin eine Spitzenstellung ein, erklärt Leiterin Silke Riemer. Und damit das so bleibt und die Zahnerkrankungen von Kindern noch weiter zurückgedrängt werden, schauen sie und ihre Kollegin Gudrun Knispel täglich weiter in die Münder von Kindern aus bis zu vier Schulklassen. Die zahnmedizinischen Fachangestellten zeigen den Schülern, wie man richtig putzt und demonstrieren nach dem Färbtest, wie Beläge noch besser entfernt werden können. „Rund die Hälfte der Grundschüler braucht Hilfe beim Zähneputzen. Viele haben Karies an den Milchzähnen, außerdem ist das Zahnfleisch oft entzündet“, erklärt Silke Riemer. Hilfe geben können und müssen dabei natürlich vor allem die Eltern, und das fängt mit dem ersten Milchzahn an. In einer zertifizierten „Kita mit Biss“ erhalten Eltern den Hinweis, bis zum ersten Lebensjahr jeden Abend die Zähne ihrer Kleinen zu putzen, ab dem zweiten Lebensjahr morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen. Und das mit fluoridhaltiger Zahnpasta.

Obwohl eigentlich gut und modern ausgestattet, hat die Leiterin des zahnärztlichen Dienstes noch einen Wunsch. „Wir könnten zur Patientenaufklärung gut eine sogenannte intraorale Kamera gebrauchen, mit der sich gut am Bildschirm den Kindern zeigen lässt, wo es Probleme gibt“, erklärt Silke Riemer.

Infomaterial bekommt man beim Zahnärztlichen Dienst, Hans-Schmidt-Straße 10, Auskünfte unter Telefon 902 97 40 05 oder zahnaerztlicherdienst@ba-tk.berlin.de.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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