Eine Straße voller Geschichten
Konrad-Wolf-Straße verbindet Orte, Zeiten und Menschen

Nicole und Dominik Kuhlmann haben mit ihrem Bioladen einen kleinen Kieztreff geschaffen.
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  • Nicole und Dominik Kuhlmann haben mit ihrem Bioladen einen kleinen Kieztreff geschaffen.
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Sie ist ein uralter Verbindungsweg aus dem 14. Jahrhundert, hieß mal Berliner und mal Hohenschönhauser Straße, bevor sie 1985 nach dem berühmten DDR-Filmregisseur umbenannt wurde: Die Konrad-Wolf-Straße in Alt-Hohenschönhausen ist ein Ort voller Geschichten, verbindet Menschen, Orte und auch Zeiten miteinander.

Aus südlicher Richtung kommend, trifft der Spaziergänger zunächst linkerhand auf das Sportforum Berlin, in den 50er-Jahren errichtet und mit 45 Hektar und 35 Sportanlagen die zweitgrößte Sportstätte der Hauptstadt. Die Eishalle war bis 2008 Heimat der Berliner Eisbären und heißt heute so wie der Volksmund sie schon immer bezeichnete: Wellblechplalast. Schräg gegenüber bietet der Landladen „Kastaven“ von Nicole und Dominik Kuhlman seit 2012 die passende gesunde Ernährung nicht nur für sportliche Menschen an. Benannt hat das Paar aus Prenzlauer Berg ihr liebevoll eingerichtetes Geschäft nach dem Brandenburger Dorf, in dem sie einst geheiratet haben. „Und weil wir anfangs viel übrig hatten, habe ich begonnen Suppen zu kochen“, erzählt Nicole Koch. Mit Erfolg, denn Bioladen und Suppenküche sind mittlerweile zu beliebten Nachbarschaftstreffpunkten geworden.

So wie auch die Galerie 100 einige Metern weiter. Hier werden seit nunmehr über 30 Jahren Malerei, Grafiken, Zeichnungen und Bildhauereikunst hauptsächlich von Berliner Künstlern gezeigt. Und seit 2003 beherbergt sie auch eine kleine Bibliothek mit Beständen aus der zuvor geschlossenen Mathilde-Jacob-Bibliothek. So leben Traditionen auf unterschiedlichste Arten fort.

Geschichte bleibt sichtbar in der Konrad-Wolf-Straße, wie bei den Ehrenhainen von Kriegsgefallenen beider Weltkriege auf dem gegenüberliegendem St. Hedwigs-Friedhof. Oder auf Höhe von Nr. 90, wo ein Gedenkstein an die jüdische Synagoge erinnert, die hier in den 30er-Jahren stand. Zuweilen aber wird Geschichte wieder auch zu neuem Leben erweckt. So sind in der benachbarten denkmalgeschützten Zuckerwarenfabrik von 1908 mittlerweile zahlreiche moderne Wohnkomplexe entstanden. Vor diesem Zeugnis Berliner Industriegeschichte gleiten nun Niederflur-Straßenbahnen teils im Fünf-Minuten-Takt entlang, stoppen seit an vor zwei Jahren runderneuerten behindertengerechten Haltebuchten und entlassen Besucher nach soviel Historie in eine moderne verkehrsberuhigte Gegenwart.

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