Gut-Schloss-Park
Buch zur Baugeschichte Biesdorfs erschienen

Eine Postkarte aus der Zeit nach 1870 zeigt die Biesdorfer Wiesen mit Blick auf Gutshof und Schloss.
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  • Eine Postkarte aus der Zeit nach 1870 zeigt die Biesdorfer Wiesen mit Blick auf Gutshof und Schloss.
  • Foto: Postkartensammlung Karl Heinz Gärtner/apercu Verlag
  • hochgeladen von Harald Ritter

Es wird derzeit viel gebaut in Biesdorf. Neben der Neubebauung des alten Gutsgeländes entstehen rund um das historische Schloss neue Gewerbestandorte, Häuser und Wohnungen. Umso wichtiger ist es, das Ursprüngliche zu bewahren, ob durch Denkmalschutz oder durch Darstellungen, was gewesen ist.

Letzterem kommt ein neues Buch nach, das vom Bezirksamt jetzt herausgegeben wurde. Dieser trägt den Titel „Gut-Schloss-Park“ und stellt die Entwicklung des historischen Kerns des Ortsteils Biesdorf von den Anfängen bis zur Gegenwart vor. Vorgestellt wurde es Ende Februar von Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke).

Autor ist Oleg Peters. Dieser ist nicht nur Leiter des Standortmarketings des Bezirksamtes, sondern auch Bauhistoriker und Leiter der Forschungsstelle Baugeschichte Berlin. Darüber hinaus schrieb er eine Dissertation über Heino Schmieden, dem Architekten des Biesdorfer Schlosses, und gilt er als der Experte für die Geschichte des Ensembles Schloss und Park Biesdorf.

„Gutshof, Schloss und Schlosspark bilden ein außergewöhnliches Bauensemble“, schreibt Jörg Haspel, langjähriger Landeskonservator von Berlin in dem Vorwort zu dem Band. Dieses Bauensemble steht auf einem Grund, der eine lange Siedlungsgeschichte hat. Diese reicht bis in die Zeit um 9000 vor unserer Zeitrechnung zurück. Den ersten Jägern und Sammlern folgten germanische und slawische Stämme. Davon zeugen Funde auf dem ehemaligen Gutsgelände, die bei den archäologischen Untersuchungen im Zuge der Neubebauung des ehemaligen Gutsgeländes erst 2017 zu Tage fördert wurden.

Die weitere Entwicklung geht einher mit der Einverleibung des Barnims Mitte des 13. Jahrhunderts in das Heilige Römische Reich. Das märkische Angerdorf Bistersdörp wurde in etwa auf einem Gelände an der heutigen Bundesstraße 1/5 angelegt, deren Verlauf bis heute weitgehend mit dem der alten Handelsstraße von Berlin nach Frankfurt/Oder identisch ist. Das Dorf mit der dazugehörigen Feldmark gehörten während des Mittelalters unterschiedlichen Herrschaften. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das Land Eigentum der märkischen Kurfürstenfamilie, die es an unterschiedliche Pächter verpachtete.

Ab 1823 gelangte das ehemalige Rittergut durch Verkauf schließlich in Privatbesitz. Das 1842 erbaute alte Schulhaus und das Pfarrhaus von 1847/48 an der B1/B5 nahe der Kirche sind Zeugnisse dieser Epoche. Hans-Hermann Freiherr von Rüxleben ließ 1868-1869 nach den Plänen von Schmieden die spätklassizistische Turmvilla bauen, die als Schloss Biesdorf dem Ortsbild bis heute sein Gepräge gibt. Den vier Hektar großen Park gestalteten die Landschaftsarchitekten Eduard Neide und Albert Brodersen.

Nach nochmaligem Besitzerwechsel gingen Gut und Schloss in das Eigentum der Familie Siemens über. Das Schloss wurde mit Wilhelm von Siemens als Eigentümer ab 1889 einer der gesellschaftlichen Treffpunkte in der Hauptstadt des Kaiserreichs. Auf dem alten Gut ließ Siemens Experimente mit Strom durchführen. Auf einer Freifläche in Biesenhorst im Süden der Gutes Biesdorfs ließ er 1909 eine Halle bauen, von der aus Luftschiffe auch bei wechselnden Windrichtungen starten konnten. Das war damals eine Weltneuheit.

Wer mehr über die spannende Geschichte des Gutes, Schlosses und Parks Biesdorf und über die aktuell in Umsetzung befindenden Planungen nachlesen will, sollte zu dem Buch greifen. Es umfasst 136 Seiten und ist mit zahlreichen Abbildungen und Kartenmaterial versehen. Es ist gegen eine Schutzgebühr von zwölf Euro unter anderem in der Touristinformation des Bezirks, Hellersdorfer Straße 151, dem Bezirksmuseum und ausgewählten Buchhandlungen im Bezirk zu haben. ISBN 978-3-9819870-0-3.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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