Wohnen unter Tonnendächern
Ringelnatz-Siedlung setzte neue Maßstäbe für Wohnqualität

Die Tonnendächer auf den Häusern sind das Markenzeichen der Ringelnatz-Siedlung.
3Bilder
  • Die Tonnendächer auf den Häusern sind das Markenzeichen der Ringelnatz-Siedlung.
  • Foto: hari
  • hochgeladen von Harald Ritter
Corona- Unternehmens-Ticker

Die Ringelnatz-Siedlung hebt sich architektonisch deutlich von den anderen Bauten der Großsiedlungen in Marzahn-Hellerdorf ab. Der Grundstein für die Siedlung wurde vor 25 Jahren gelegt.

Damals überwog noch das Grau der Plattenbau-Ära. Viele Bewohner zogen weg, teils um neue Arbeit zu suchen, teils um sich ein Haus zu bauen. Gleichzeitig herrschte hohe Arbeitslosigkeit und der Wohnungsleerstand im Bezirk nahm zu. Um gegen diese Entwicklung ein Zeichen zu setzen, entstand die Ringelnatz-Siedlung der Wohnungsbaugesellschaft Degewo. Das Land Berlin förderte das erste größere Wohnungsbauprojekt nach der Wiedervereinigung mit 160 Millionen D-Mark aus Mitteln für den sozialen Wohnungsbau.

Die Architekten Frank Dörken und Volker Heise entwickelten ein Siedlungskonzept, dem sie damals modernste Maßstäbe zu Grunde legten und dabei an an den Baustil der 1920er-Jahre anknüpft. Schon die Lage des rund 75 000 Quadratmeter großen Grundstücks sollte die Siedlung attraktiv machen. Es liegt nördlich der Cecilienstraße zwischen Einfamilienhäusern und Kleingärten an der Hans-Fallada-Straße und der Joachim-Ringelnatz-Straße. Die Straße war Namensgeber für die Siedlung.

Die Degewo ließ bis Ende 1995 acht sich gegenüber liegende Viergeschosser bauen, die u-förmig angeordnet sind. Diese erhielten markante Tonnendächer wie auch die Dreigeschosser im nördlichen Bereich und die 14 Stadtvillen westlich der Fallada-Straße. Die Tonnendächer wurden das Markenzeichen der Siedlung.

Was man von Weitem nicht sieht, sind die Mietergärten an jedem Haus und die als Gartenlandschaft gestalteten Wohnhöfe mit Spielplätzen. Das verzweigte Wegenetz führt direkt in das Wuhletal. Am Spiel-und Bolzplatz im Norden beginnt ein künstlich angelegter Bach, der sich durch die Siedlung windet. Markant ist auch die Figur eines Artisten, geschaffen von dem Bildhauer Karl Biedermann, die auf einer zwölf Meter hohen Fahnenstange auf dem Kopf steht und über die Siedlung hinausragt.

Die Siedlung besteht aus 396 Eineinhalb- bis Fünfzimmerwohnungen. Die Bewohner konnte sich die Degewo 1995 aus rund 2000 Bewerbern aussuchen. Und auch heute denkt kaum jemand daran, freiwillig wegzuziehen. „Die Wohnungen sind alle belegt. Lediglich bei einem Mieterwechsel stehen sie kurzzeitig leer“, sagt Degewo-Pressesprecherin Isabella Canisius.

Ein Problem ist der Algenbefall an den Fassaden. Die Degewo lässt jährlich einen Teil der Fassaden von den Algen befreien. Auch eine Erneuerung der Abwasserleitungen und der Fernwärmeleitung steht an. 2019 ist die Verlegung von Glasfaserkabeln für die Kommunikationsanschlüsse vorgesehen.

Seit November 2016 erweitert die Degewo die Ringelnatz-Siedlung um 299 neue Wohnungen in sieben Mehrfamilienhäusern. Sie sollen bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

18 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
  3 Bilder

Bis 10. Juli mitmachen bei Verbraucherumfrage
Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel?

Der Agrarmarketingverband pro agro und der Verband Digitalwirtschaft Berlin-Brandenburg (SIBB e.V.) starten eine Umfrage zum Thema:  Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel.  Toilettenpapier, Hamsterkäufe, Begrenzungen der Kundenzahlen in den Geschäften - die mediale Berichterstattung der vergangenen Monate zum Einkaufsverhalten der Verbraucher war bestimmt von diesen drei Schlagzeilen.  Doch wie hat sich das Einkaufsverhalten in Berlin und Brandenburg verändert? Wurde häufiger...

  • 03.07.20
  • 240× gelesen
BildungAnzeige
  4 Bilder

Jeder kann was!
Freie Ausbildungsplätze an der Emil Molt Akademie

Wir sind eine Berufsfachschule, Fachoberschule und Fachschule in freier Trägerschaft. Vor zwei Jahren im neuen Vollholzgebäude in Schöneberg eingezogen, freuen wir uns, Ihnen mit neuer Kapazität folgende Bildungsgänge anbieten zu können: Die Ausbildung zum Sozialassistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Berufsbildungsreife (BBR) Die Ausbildung zum Kaufmännischen Assistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Mittlerer Schulabschluss (MSA) Die Allgemeine Fachhochschulreife,...

  • Schöneberg
  • 01.07.20
  • 142× gelesen
  •  1
SportAnzeige
  2 Bilder

Neue Mini Tore
Jubel bei den Minis des SSV Köpenick Oberspree

Mit großer Freude können unsere Juniorenmannschaften wieder mit dem Training beginnen und zeigen mit ganzem Stolz ihre neuen Bazooka FUNino Tore, selbstverständlich mit unserem schönen Vereinslogo auf dem Netz. Großer Dank gilt hierbei der Unterstützung dem ehemaligen Union Profifußballspieler Steven Jahn und seiner Firma Zoccer mit Sitz am Treptower Park, Homepage: www.dubisteinzoccer.de Ebenso möchten wir uns bei den beiden Trainern Frank Schumann und Maik Ratsch bedanken, die diese...

  • Niederschöneweide
  • 15.06.20
  • 101× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen