Der Maler wurde am 27. September vor 125 Jahren geboren
Initiativkreis ruft „Otto-Nagel-Jahr“ aus

Klaus Freier (links) und Heinrich Niemann vom Verein Freunde Schloss Biesdorf und Kulturstadträtin Juliane Witt (Mitte) sind stolz darauf, dass auch in Schloss Biesdorf ein Bild von Otto Nagel dauerhaft hängt. Es heißt "Wochenmarkt am Gesundbrunnen".
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  • Klaus Freier (links) und Heinrich Niemann vom Verein Freunde Schloss Biesdorf und Kulturstadträtin Juliane Witt (Mitte) sind stolz darauf, dass auch in Schloss Biesdorf ein Bild von Otto Nagel dauerhaft hängt. Es heißt "Wochenmarkt am Gesundbrunnen".
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Am 27. September jährt sich der Geburtstag des Malers Otto Nagel zum 125. Mal. Die letzten 15 Jahre seines Lebens wohnte der Künstler in Biesdorf. Ein Initiativkreis hat aus Anlass des Jubiläums ein „Otto-Nagel-Jahr“ ausgerufen.

Dem Initiativkreis gehören der Verein Freunde Schloss Biesdorf, das Bezirksamt und das Otto-Nagel-Gymnasium sowie das Bezirksmuseum Mitte und das DDR-Kunstarchiv Beeskow an. Zudem beteiligen sich zahlreiche Einzelpersonen wie Familienangehörige Otto Nagels, sowie die Künstler Harald Metzkes und Ronald Paris, die beiden noch letzten lebenden Meisterschüler der einstigen Ikone der DDR-Kunst.

Otto Nagel wurde am 27. September 1894 in Wedding geboren. Der Sohn eines Tischlers und Sozialdemokraten engagierte sich früh in der Arbeiterjugend und ging einen eigenen künstlerischen Weg, indem er Bilder aus dem Berliner Arbeitermilieu zu malen begann. Er wurde ein enger Freund von Heinrich Zille und Käthe Kollwitz.

Noch nach dem Machtantritt Hitlers wählten ihn die Bildenden Künstler Deutschlands zum Vorsitzenden ihres Reichsverbandes. Schon einen Tag später annullierten die Nazis diese Wahl. Sie drangsalierten den bekannten Künstler, der sich öffentlich gegen sie engagierte hatte, mit Hausdurchsuchungen. Er wurde inhaftiert, ins KZ gesperrt und nach seiner Freilassung mit Malverbot belegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er unter anderem Mitglied der ersten Volkskammer der DDR und von 1956 bis 1962 Präsident der Akademie der Künstler der DDR. Von 1952 bis zu seinem Tode 1967 wohnte er in Biesdorf. In der DDR galt er als einer der Begründer der proletarisch-sozialistischen Kunst in Deutschland. Er selbst warnte in der sogenannten Formalismusdebatte vor den Gefahren einer ideologisch bornierten Kulturpolitik.

Otto Nagel wurde auf dem Friedhof Friedrichsfelde begraben. Aufgrund der berlinhistorischen Bedeutung seines Werkes ist sein Grab ein Ehrengrab des Landes Berlin. Die Biesdorfer Straße, in der Nagel bis zu seinem Tode wohnte, ist ihm benannt worden und das Biesdorfer Gymnasium trägt seinen Namen.

Auch namhafte Künstler wie Ronald Paris versuchen, seine Andenken zu bewahren. Er plädierte bei der Vorstellung des Programms des Otto-Nagel-Jahres in Schloss Biesdorf dafür, sich Nagels lebendig zu erinnern. „Das, was man sieht, mit Betroffenheit wahrnehmen, um Betroffenheit auszulösen“, sei Nagels Motto gewesen, erläuterte er, und dies sei auch für ihn Richtschnur seiner Arbeit geworden.

Das Otto-Nagel-Jahr beginnt am 27. September, dem 125. Geburtstag des Künstlers. Vormittags findet im Otto-Nagel-Gymnasium eine Festveranstaltung statt. Am Abend werden Kunstwerke von und über Nagel im Schloss Biesdorf auf einer Festveranstaltung präsentiert. Der Senat gedenkt an diesem Tag des Künstlers an seinem Ehrengrab auf dem Friedhof Friedrichsfelde. Zudem werden die Straßenschilder der Otto-Nagel-Straße mit den Lebensdaten des Künstlers ergänzt.

Darüber hinaus wird es in den kommenden Wochen und Monaten unter anderem Lesungen, Führungen sowie Exkursionen geben. Eine Ausstellung zu Leben und Werk des Künstlers wird von 21. Mai bis 14. August 2020 in Schloss Biesdorf zu sehen sein.

Mehr Informationen zum Otto-Nagel-Jahr gibt es im Internet auf https://bwurl.de/14ge.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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